Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 16.04.2019


Bezirk Imst

Ausstellung im Stift Stams: Maximilian in aller Munde

Die Ausstellung „…im fried, vnnd einigkeit…“ zum Maximilianjahr im Stift Stams wurde feierlich eröffnet und ist bis zum 27. Oktober zu sehen. Sie behandelt das Friedenstreffen von 1497 mit dem Osmanischen Reich.

Abt German Erd und die beiden Kuratoren Nadine Kuppelwieser und Michael Anderl vor der so genannten Ehrenpforte Maximilians.

© DornAbt German Erd und die beiden Kuratoren Nadine Kuppelwieser und Michael Anderl vor der so genannten Ehrenpforte Maximilians.



Von Agnes Dorn

Stams – Das Zisterzienserstift war bekanntermaßen schon mehrmals Austragungsort wichtiger Veranstaltungen – so auch im Sommer des Jahres 1497, als sich der damalige römisch-deutsche König Maximilian im Beisein wichtiger Länder- und Kirchenvertreter Europas mit einem Abgesandten des türkischen Sultans Bajezid II. traf, um „den Grundstein für einen Frieden zwischen der abendländischen Christenheit und dem Osmanischen Reich zu legen“. Aus Anlass des 500.Todestags Kaiser Maximilians wird im Stift Stams bis zum 27. Oktober die Ausstellung „...im fried, vnnd einigkeit...“ gezeigt, die sich unter anderem der Beziehung des letzten Ritters mit dem Oberländer Kloster widmet.

Nach der Begrüßung durch Hausherrn Abt German Erd, zahlreichen Grußworten, die vom Ensemble Rosarum flores musikalisch umrahmt wurden, und einem Vortrag von Roman Siebenrock über das Verständnis des frühen Christentums vom Islam eröffnete am Freitagabend Simeo­n Habsburg offiziell die Ausstellung.

Gezeigt werden bis Ende Oktober auch einige Stiche von Albrecht Dürer.
Gezeigt werden bis Ende Oktober auch einige Stiche von Albrecht Dürer.
- Dorn

Kaiser Maximilian I. verbindet mit dem Stift Stams noch mehr als dieses eine Treffen, zu dem zahlreiche Vertreter der Kirche und der europäischen Länder ebenfalls angereist waren. Der Habsburger schätzte das Kloster auch, um von hier aus auf die Jagd zu gehen. „Es war schon eine gewisse Belastung für das Kloster, wenn Maximilian gekommen ist“, weiß Abt German Erd aus den Annalen des Klosters zu berichten. Als Gegenleistung für die Unterbringung der bis zu 60-köpfigen Gesellschaft hätte das Stift Naturalien und Sachleistungen empfangen, wie Salzfuhren aus Hall oder auch Stiche von Albrecht Dürer, die das Kloster in dieser Schau wieder der Öffentlichkeit zugänglich macht.

Kuratiert wird die Ausstellung von Michael Anderl und Nadine Kuppelwieser, die in sieben Abschnitten unter anderem die „Türkenpolitik“ Maximilians, seine Beziehungen zum Islam, zum Stift Stams und zur Jagd sowie das Friedenstreffen von 1497 thematisiert. Auch das Tiroler Landlibell – jenes Dokument, in dem die Tiroler Bevölkerung zum Kriegsdienst und zur Verteidigung des Landes verpflichtet wurde –, das Konterfeibuch Maximilians, das Gouachen der wichtigsten Persönlichkeiten seiner und der nachfolgenden Zeit zeigt, oder ein eigens für das Jubiläumsjahr gedrehter Film über das Friedenstreffen von Emanuel Bachnetzer sind im neuen Kreuzgang des Stiftes zu sehen. Die Ausstellung ist über das Stiftsmuseum zu erreichen und im April, Mai und Oktober von Dienstag bis Sonntag sowie von Juni bis September täglich von 10 bis 12 Uhr und von 12.30 bis 17 Uhr geöffnet.

Auch das Landlibell in der Ausgabe von 1538 ist Teil der Ausstellung.
Auch das Landlibell in der Ausgabe von 1538 ist Teil der Ausstellung.
- Dorn