Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 29.06.2019


Kunst

Zukunft des Taxispalais: „Freiheit der Kunst bleibt unberührt“

Die Zukunft des Taxispalais ist nächste Woche Thema im Landtag. Die Eingliederung der Kunsthalle in die Landesmuseen wird wahrscheinlicher.

Das Taxispalais in der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße ist seit 1905 in Landesbesitz. Seit 1964 beherbergt es eine Kunstgalerie.

© Vanessa Rachle / TTDas Taxispalais in der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße ist seit 1905 in Landesbesitz. Seit 1964 beherbergt es eine Kunstgalerie.



Von Joachim Leitner

Innsbruck – Die scharfe Kritik des Landesrechnungshofs an der Tiroler Landesgalerie im Innsbrucker Taxispalais sorgte schon für Gesprächsstoff, bevor der RH-Bericht, der organisatorische und strukturelle Mängel in der auf Zeitgenössisches fokussierten Kunsthalle beklagte, offiziell vorlag. Inzwischen tut er das – und wird in der kommenden Woche Thema im Landtag.

Wie berichtet, legt der Rechnungshof – zum wiederholten Mal – die Eingliederung des Taxispalais in die Tiroler Landesmuseen nahe.

Eine Empfehlung, die nicht zuletzt Taxispalais-Direktorin Nina Tabassomi kritisch sieht, da der Schritt Profil und inhaltliche Selbstständigkeit der Galerie gefährden könnte.

Kulturlandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) ist in diesem Punkt um Entwarnung bemüht. Gegenüber der TT spricht sie sich erneut für eine Eingliederung der Galerie aus – stellt aber klar, dass es dabei keine Eingriffe in die inhaltliche Ausrichtung des Ausstellungshauses geben werde. „Die programmatische Freiheit der Taxisgalerie bleibt davon unberührt.“ Vielmehr gehe es um Erleichterungen auf der Verwaltungsebene, so Palfrader, die sich von der jetzigen Diskussion an jene über die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik erinnert fühlt. Das in Finanznöte geratene Musikfestival wurde im Sommer 2015 als Tochtergesellschaft ins Tiroler Landestheater eingegliedert. Palfrader: „Auch damals war der Aufschrei groß und die Freiheit der Kunst galt als gefährdet. Und was ist passiert? Den Festwochen geht es besser denn je.“

Über die Zukunft des Taxispalais werde in der Landeskulturabteilung seit letztem Herbst intensiv nachgedacht.

Die Möglichkeit einer Eingliederung in die Landesmuseen sei im Regierungsprogramm 2018–23 festgeschrieben. Und auch im Vertrag mit Direktorin Nina Tabassomi gebe es einen entsprechenden Passus. Tabassomi leitet die Kunsthalle seit 2017. „Das Taxispalais spielt in Tirols Kulturszene als Ort für zeitgenössische und auch unbequeme Positionen eine wichtige Rolle, daran wird sich künftig nichts ändern“, bekräftigt die Kulturlandesrätin.

Konkrete Gespräche über das weitere Vorgehen soll es laut Beate Palfrader im Herbst geben. Tabassomi sei genauso wie Peter Assmann, der dann neuer Direktor der Tiroler Landesmuseen wird, in alle Überlegungen eingebunden.




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