Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 02.07.2019


Innsbruck

Kunstraum Innsbruck als offener Ort für alle

Die Leitung des Kunstraums Innsbruck ist für die erfahrene Ausstellungsmacherin Ivana Marjanovi´c der „perfekte Job“.

Ivana Marjanovi´c, die neue Geschäftsführerin des Kunstraums Innsbruck, tritt Mitte August den für sie „perfekten Job“ an.

© Foto TT/Rudy De MoorIvana Marjanovi´c, die neue Geschäftsführerin des Kunstraums Innsbruck, tritt Mitte August den für sie „perfekten Job“ an.



Von Edith Schlocker

Innsbruck – „Ich habe in den vergangenen Jahren immer wieder einen Grund gesucht, um nach Innsbruck zu fahren“, gesteht Ivana Marjanovi´c, die neue Leiterin des Kunstraum Innsbruck, und sei nun sehr glücklich, für einige Jahre ganz hierher zurückkehren zu dürfen. Der Job sei perfekt für sie, sagt die gebürtige Belgraderin, die das erste Kapitel ihrer Dissertation 2011/12 als „Fellow“ im Künstlerhaus Büchsenhausen geschrieben hat. Und als Mitbegründerin u. a. der Belgrader Galerie Kontekst und Mitkuratorin der „Wienwoche“ viel Erfahrung als Ausstellungsmacherin mitbringt.

Mit welcher Schau Ivana Marjanovi´c im November ihren Einstand im Kunstraum geben wird, kann sie noch nicht sagen. Sie habe aber bereits jede Menge Ideen, auch konkrete Namen im Kopf. In ihrer Ära soll der Kunstraum jedenfalls, wie bisher, eine spannende, in diverse Richtungen offene Plattform für die internationale genauso wie die lokale Szene sein. Ein Ort, an dem die relevanten Themen der Zeit – übersetzt in die Sprache der Kunst – verhandelt werden.

Für Marjanovi´c ist Kunst „ein Energieträger“, ein Medium, um Visionen zu vermitteln. Wobei die neue Geschäftsführerin des Kunstraums diesen als offenen und nicht elitären Ort sieht, der „uns auch zum Lachen bringt“. Denn „Kunst soll etwas für alle sein“, vermittelt im Idealfall in partizipativen, interaktiven Projekten. Im festen Glauben an das transformative Potenzial von Kunst, allerdings im Wissen, dass sie die Welt nicht wirklich ändern kann. Konkret denkt Marjanovi´c an für Tirol relevante Themen wie Natur, Klimawandel, Tourismus oder Authentizität, die im Kunstraum in den unterschiedlichsten Formaten verhandelt werden könnten. In Eigenproduktionen oder auch Kooperationen mit anderen Institutionen.

Dass diese ehrgeizigen Pläne mit dem aktuell Halumi en Jahresbudget von 223.000 Euro (38.000 Bund, 104.000 Stadt Innsbruck, 65.000 Land, 16.000 Tourismusverband) gestemmt werden können, ist Ivana Marjanovi´c überzeugt. Wobei die Subventionen Jahr für Jahr programmbezogen neu verhandelt werden müssen.

Träger des Kunstraums ist ein Verein, der aktuell 125 Mitglieder und mit Obfrau Daniela Mühlberger, ihrem Stellvertreter Charlie Zimmermann und Kassierin Simone Fuchs einen neuen Vorstand hat. Der die neue Geschäftsführerin Ivana Marjanovi´c in Sachen Bürokratie tatkräftig unterstützen will, damit sie den „Kopf frei für die Kunst“ hat, so Mühlberger.

Morgen um 19 Uhr wird im Kunstraum die vom belvedere21 übernommene Ausstellung „Über das Neue. Junge Kunst aus Wien“ eröffnet.

Der neue Vorstand des Kunstraums Innsbruck (v. l.): Obfrau Daniela Mühlberger, ihr Stellvertreter Charlie Zimmermann und Kassierin Simone Fuchs.
Der neue Vorstand des Kunstraums Innsbruck (v. l.): Obfrau Daniela Mühlberger, ihr Stellvertreter Charlie Zimmermann und Kassierin Simone Fuchs.
- Foto TT/Rudy De Moor



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