Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 01.09.2019


350. Todestag

Rembrandt, Meister von Licht und Schatten

Der niederländische Maler Rembrandt starb vor 350 Jahren. Seine Meisterschaft wird in Buchform umfassend gefeiert.

Rembrandts wohl bekanntestes Werk "Die Nachtwache" aus dem Jahr 1642.

© Wikipedia/Rijksmuseum AmsterdamRembrandts wohl bekanntestes Werk "Die Nachtwache" aus dem Jahr 1642.



Amsterdam, Köln – Schon sein Name allein war beeindruckend: Rembrandt Harmenszoon van Rijn. Aber noch viel beeindruckender war das künstlerische Schaffen des Mannes, der unter seinem Vornamen Rembrandt weltberühmt wurde.

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Der niederländische Maler und Zeichner, dessen Todestag sich im Oktober zum 350. Mal jährt, verkörpert wohl am besten die Blütezeit der holländischen Kunst während des Barock.

Schon als junger Mann legte der 1606 geborene Müllerssohn ein beachtliches Talent an den Tag. Er wurde folglich Schüler eines etablierten Kunstmalers. Rembrandt ließ sich dann als Kunstmaler nieder und produzierte in den vier Jahrzehnten bis zu seinem Tod ein bemerkenswert großes und qualitativ hochstehendes Œuvre.

Zu seinem bekanntesten Werk wurde das Gemälde „Die Nachtwache“ aus dem Jahr 1642. Das fast dreieinhalb mal viereinhalb Meter große Gemälde zeigt die Amsterdamer Bürgerwehr.

Anstatt ein einfaches Gruppenbild zu malen, entschied sich Rembrandt jedoch dafür, die Männer in einer Ansammlung einzelner Handlungsszenen zu malen. Das Spiel mit Licht und Schatten, für das Rembrandt berühmt wurde, ist in der „Nachtwache“ perfektioniert.

Zu Rembrandts 350. Todestag wird sein Meisterwerk jetzt im Amsterdamer Reichsmuseum untersucht und restauriert. Diese Arbeiten finden öffentlich statt und können im Internet verfolgt werden. Der Kölner Taschen Verlag würdigt den Todestag jetzt mit mehreren Bildbänden.

Neben seinen berühmten Gemälden, zu denen auch „Die Anatomie des Doktor Tulp“ und „Die Vorsteher der Tuchmacherzunft“ zählen, hat Rembrandt Hunderte Zeichnungen, Radierungen und Gemälde hinterlassen. Zwei bemerkenswerte Bände bieten einen beeindruckenden Überblick über Rembrandts Schaffen.

Die Kunsthistoriker Volker Manuth, Marieke de Winkel und Rudi­e van Leeuwen haben Rembrandts sämtliche Gemälde in einem opulent ausgestatteten, groß­formatigen Band zusammengestellt. Insgesamt 329 Bilder erkennen die Autoren als von Rem­brandt stammend an. Fast alle von ihnen werden in ganzseitigen Hochglanzaufnahmen in beeindruckender Detailtiefe abgebildet.

Von Rembrandts ersten Gemälden, die er als knapp 20-Jähriger schuf, bis hin zu den Werken aus seinem Todesjahr lässt sich die Entwicklung seines Schaffens verfolgen. Neben seinem zunehmend raffinierter werdenden Einsatz von Licht und Schatten zeigt sich besonders seine hohe Kunst der Darstellung menschlicher Gesichter.

Das Buch zeigt auf beeindruckende Weise, wie Recht der Maler David Hockney mit seiner Beurteilung hatte: „Rembrandt verlieh Gesichtern mehr Ausdruck als irgendjemand vor oder nach ihm. Er konnte die Feinheiten erkennen, die ein individuelles Gesicht ausmachen und durch die jeder einzigartig ist.“

In einem weiteren, ebenso großzügig gestalteten Band haben Erik Hinterding und Peter Schatborn Rembrandts „Sämtliche Zeichnungen und Radierungen“ zusammengestellt. Über 700 Zeichnungen und mehr als 300 Radierungen dokumentieren Rem­brandts künstlerische Entwicklung ab etwa 1628.

(Volker Manuth, Marieke de Winkel und Rudie van Leeuwen: „Rembrandt. Sämtliche Gemälde“, Taschen Verlag, Köln, 744 Seiten, 150 Euro. Erik Hinterding und Peter Schatborn: „Rembrandt. Sämtliche Zeichnungen und Radierungen“, Taschen Verlag, Köln, 756 Seiten, 150 Euro)