Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 16.09.2019


Kunst

15 Varianten der Suche nach sich selbst

Was die 15 jungen Künstler, die sich Anna Fliris Innsbrucker Space Nouvelle teilen, verbindet, ist ihr Kommen aus aller Welt und ihr Studienort München.

Installation von Eduardo Palomares im Space Nouvelle.

© space nouvelleInstallation von Eduardo Palomares im Space Nouvelle.



Innsbruck – Um öffentliche Subventionen für ihren mobilen Kunstraum hat sich die in den letzten Jahren immer wieder als Ausstellungskuratorin aufzeigende junge Kunsthistorikerin Anna Fliri erst gar nicht bemüht. Wissend um die Trägheit dieser Prozesse genauso wie um die Dringlichkeit, Räume für junge Kunst aufzutun. Um es einfach zu tun: Ein innerstädtisches, leerstehendes Lokal wurde bald gefunden, sein Besitzer davon überzeugt, es für ein paar Monate gratis als Bühne für junge Kunst zur Verfügung zu stellen.

Es ist bereits die zweite Ausstellung, die Anna Fliri in ihrem Space Nouvelle eingerichtet hat, der im November eine dritte folgen soll, bevor er mit ihr nach Wien weiterwandern wird. Den Raum in der aktuellen Schau teilen sich 15 junge, aus aller Welt kommende, in München studierende Kunstschaffende. Mit Arbeiten, die heterogener kaum sein könnten, technisch, formal genauso wie in ihrer künstlerischen Qualität. Was sie lose verbindet, ist die Suche nach Identität, zelebriert je nach Temperament und kultureller Besetztheit in leidenschaftlicher Wildheit, als zarte Innenschau, schriftliche Selbsterforschung oder reduziert auf Barcodes. Der Spanier Eduardo Palomares zeichnet etwa den Weg von München nach Innsbruck durch eine Linie aus gelbem Pigment nach, das er auf ein am Boden liegendes blaues Tuch gestreut hat. Ebenso konkret wie ephemer, weil auslöschbar durch einen einzigen Windstoß. (schlo)

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