Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 09.10.2019


Bezirk Imst

„Holla-Hand“: Ursula Beilers weiße Göttin grüßt in Stams

Ursula Beiler grüßt mit Fingern aus russischen Pipelinerohren die Vorüberziehenden.

In der Nacht sind die Schriftzüge „Hallo“ und „Holla“, die aus den Pipelinerohren geschnitten wurden, besonders deutlich zu sehen.

© DornIn der Nacht sind die Schriftzüge „Hallo“ und „Holla“, die aus den Pipelinerohren geschnitten wurden, besonders deutlich zu sehen.



Von Agnes Dorn

Stams – Direkt aus der ostdeutschen Stadt Halle an der Saale hat die Silzer Künstlerin Ursula Beiler ihre Hallo-Holla-Hand auf den Kreisverkehr an der Ortseinfahrt in Stams bringen lassen.

Beiler hat damit der Verkehrsinsel mit ihren zweimal im Jahr wechselnden Leihgaben ein Objekt mit besonderer Geschichte beschert: Im Rahmen eines Metallsymposiums im Sommer 2017 fertigte die Bildhauerin für den Riebeckplatz in Halle an der Saale aus russischen Erdölleitungen eine grüßende Hand an, in die der Schriftzug „Hallo Holla“ eingeschnitten ist.

Die Kreisverkehrskünstler Bernhard Witsch, Otmar Senn, Vize-BM Gerhard Wallner, Ursula Beiler und Mario Raich (v. l.) mit der „Holla-Hand“.
Die Kreisverkehrskünstler Bernhard Witsch, Otmar Senn, Vize-BM Gerhard Wallner, Ursula Beiler und Mario Raich (v. l.) mit der „Holla-Hand“.
- Dorn

„Überall in der Welt grüßen die Menschen einander mit ähnlichen Begriffen: Hallo, Hola, Hello usw. Was es bedeutet, ist weniger bekannt. Wenn wir ,Hallo‘ sagen, begrüßen wir die Holla oder Holle, die große, weiße Göttin. Denn ,Hallo‘ und ,Holla‘ gehen etymologisch auf denselben Wortstamm zurück. Auch viele Ortsnamen wie Hall, Hallstatt, Hallein, Halle, Hollabrunn, wo das weiße, kristallklare Salz gefunden wurde, erinnern an die glänzende Holla“, erklärt dazu die durchaus streitbare Künstlerin, die seit Jahren mit ihrer Autobahntafel „Grüß Göttin“ für Diskussionen sorgt.

Spannend an der nun in Stams zwischengelandeten Skulptur ist auch, dass sie die Besucher von Halle zwei Jahre lang grüßte. Und zwar genau an jener Stelle, an welcher zuvor ein kommunistisches Denkmal, vier zwölf Meter hohe Fäuste, gestanden hat.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Nun grüßt die stählerne Holla mit ausgestreckten Fingern für ein halbes Jahr die Vorbeiziehenden in Stams mit einem leuchtenden „Hallo“.