Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 12.10.2019


Innsbruck

„Luise“: Ein Kunstprojekt mit vielen Fragezeichen

Sitzt vorerst im Thaurer Romediusareal noch vor verschlossenen Kisten: Rainer Prohaska.

© tiroler künstlerschaftSitzt vorerst im Thaurer Romediusareal noch vor verschlossenen Kisten: Rainer Prohaska.



Der öffentliche Raum als Feld für soziale Interaktionen ist das bevorzugte Handlungsfeld des in Innsbruck nicht unbekannten oberösterreichischen Künstlers Rainer Prohaska. Ob sein Projekt „Luise" wirklich eines der Kunst werden wird, wird sich allerdings erst in einigen Monaten zeigen, wenn die zwei großen hölzernen Kisten, die im Zug von Grabungsarbeiten in der Wiese unter der Burgruine Thaur gefunden worden sind, unter Aufsicht des Denkmalamts von Archäologen geöffnet werden. Ob in den etwa einen halben Meter unter der Grasnarbe — wo einst ein unter Maximilian I. erbautes Badehaus stand — vergrabenen Kisten jene Kunstwerke auftauchen, die der Kaiser der Überlieferung nach seiner Freundin Luise von Savoyen (1476—1531), der Mutter des französischen Königs Franz I., geschenkt haben soll bzw. schenken wollte. Sie sollen laut Rainer Prohaska von einer geheimnisumwitterten, seit der Zeit der Romanik der katholischen Kirche kritisch gegenüberstehenden Künstlergruppe stammen. Um welche Objekte es sich bei den eventuell im Thaurer Romediusareal vergrabenen handeln dürfte, ist vorerst reine Spekulation. Aber auch die ist Teil des Kunstprojekts „Luise", das im Rahmen des heurigen Maximilianjahres als „Kunst im öffentlichen Raum"-Projekt des Landes gefördert wird. Sollten wirklich die erhofften Kunstwerke gefunden werden, will Rainer Prohaska sie auf seine Weise neu interpretieren und in etwa einem Jahr in einer Ausstellung in Innsbruck präsentieren. (schlo)