Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 14.10.2019


Kunst

Museum lädt seit fünf Jahren zum Gedenken

Der Tragödie um die Kosaken ist eine Galerie am Lienzer Hauptplatz gewidmet. Der russisch-orthodoxe Erzdiakon Georg Kobro plant weitere Veranstaltungen.

Der Geistliche Georg Kobro nahm anlässlich des 5-Jahres-Jubiläums des Kosakenmuseums in Lienz die Segnung neuer Räume vor.

© Daniela AguDer Geistliche Georg Kobro nahm anlässlich des 5-Jahres-Jubiläums des Kosakenmuseums in Lienz die Segnung neuer Räume vor.



Lienz – Seit fünf Jahren gibt es das Kosakenmuseum in Lien­z. Zu einer Jubiläumsfeier luden Georg Kobro, Erzdiakon der russisch-orthodoxen Kosakengemeinde, dazu Museumsleiter und Vereinsobmann, sowie Erika Pätzold, Obfrau des Vereines und ehrenamtliche Kuratorin des Kosakenfriedhofs in Lienz.

Beide waren in den Jahren außerordentlich engagiert, um Unterstützung für das Museum zu erhalten, und haben mit großem Einsatz Exponate zusammengetragen. Das Museum befand sich zwei Jahre im Eckhaus gegenüber der Antonius-Kirche am Hauptplatz. Jetzt findet man es nicht weit davon entfernt, im zweiten Gebäude neben dem ehemaligen Postamt. Durch eine Geschäftspassage gelangen Besucher zum Eingang. Das Museum liegt im ersten Stock.

„Was in einem bescheidenen Zimmer in der Kärntne­r Straße vor fünf Jahren begann, wächst nun weiter. Es ist eine anschauliche wissenschaftliche Dokumentation daraus geworden“, so die Worte Kobros zum Jubiläum. „Das verdanken wir Frau Pätzold. Sie ist mein Adlatus und meine gute Seele.“ Kobro hatte im Laufe seiner Tätigkeit als russisch-orthodoxer Geistlicher die Möglichkeit, an verschiedenen Orten Zeitzeugen zu befragen. Die Kosakengeschichte sei durchaus kontrovers aufgearbeitet worden. „Ich sehe das Museum in Lienz als einen Ort der Völkerverständigung.“

Zur Jubiläumsfeier wurden zwei weitere Räume eingeweiht, die derzeit noch leer stehen. Der eine Raum wird der russischen Kultur gewidmet, der andere soll künftig als Konferenzraum oder der Begegnung dienen. Nachdem der jüngste Veranstaltungsbesucher das Band durchtrennt hatte, durften sich die Besucher die Räume ansehen. In den neuen Räumlichkeiten sind Fotoausstellungen, Lesungen über Kosaken in der russischen Literatur, Informationsveranstaltungen über russische Tradition im Kirchenjahr und vieles mehr geplant.

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Kobro betätigt sich auch schriftstellerisch, sein Buch „Kosaken in Lienz 1945“ wurde bereits 2017 vorgestellt. Zum 75. Jahrestag der Kosakentragödie in Lienz ist ein weiteres Buch im Entstehen, „ein etwas anderer Wanderführer“, der sich mit den geschichtlichen Gedenkstätten befasst. Orte in Oberbayern, Osttirol, der Steiermark und Italien werden darin mit Fotos und Geschichten dokumentiert. Der Eintritt in das Museum ist frei. Es ist diese Woche bis Mittwoch jeweils von 10 bis12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr geöffnet. (agu)