Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 28.10.2019


Innsbruck

Ezequiel López Garçia: Ein Frauenversteher mit Hang zum Skurrilen

Die Bildwelt, die der 79-jährige Spanier Ezequiel López Garçia in der Innsbrucker Galerie Flora ausbreitet, ist skurril vom Feinsten.

© schlockerDie Bildwelt, die der 79-jährige Spanier Ezequiel López Garçia in der Innsbrucker Galerie Flora ausbreitet, ist skurril vom Feinsten.



Es gibt Künstler, auf deren Ausstellungen man sich ganz besonders freut. Der Spanier Ezequiel López Garçia mit familiären Tirol-Bezügen ist einer von diesen, der sich nun bereits zum dritten Mal in der Innsbrucker Galerie Flora die Ehre gibt. Mit einem Querschnitt durch Arbeiten aus den letzten Jahren, die in gewisser Weise aus der Zeit gefallen zu sein scheinen. Ist es dem 79-jährigen Madrilenen doch herzlich egal, was sich aktuell in der Kunstwelt tut, viel interessanter ist für ihn nämlich, was so Große wie Diego Velázquez und Francisco de Goya vor langer, langer Zeit getan haben.

Ein gewisser Hang zum Skurrilen ist in Ezequiel López Garçias Malerei unübersehbar. Wobei er den Stoff für seine in einem delikaten Kolorit zelebrierten Bildern nicht erfinden muss, sondern bei seinen ganz normalen Zeitgenossen findet. Formal stilisiert zu Typen, die oft scharf an der Karikatur kratzen.

Garçia scheint ein Frauenversteher zu sein, kommen seine eigenen Geschlechtsgenossen im schrägen Panoptikum doch eher schlecht weg. Sind sie doch entweder hässliche Lüstlinge oder dümmlich lächelnde Zwerge. Hinaufschauend zu Grazien in gelbem Fummel oder sich unter dem Schemel einer Klavierspielerin verkriechend. Hochzeitsbilder dürfen in einer Ausstellung von Ezequiel López Garçia nie fehlen. Wobei die Bräute nicht wirklich taufrisch sind, wenn auch ganz in Weiß, natürlich mit Schleier und umringt von einer Schar von Brautjüngferchen. Bisweilen komplettieren noch metaphorisch besetzte Vertreter der Tierwelt dieses bunte Treiben.

Ezequiel López Garçia ist aber nicht nur ein scharfsinniger Demaskierer der menschlichen Gesellschaft, sondern auch ein großer Stilist. Kein Detail ist hier dem Zufall überlassen, die Komposition der mäßig in Öl gemalten Bilder könnte ausgeklügelter nicht sein. In der Wahl der Farben fühlt sich der Künstler dagegen komplett frei, geht es hier doch nicht um Abbilder, sondern Sinnbilder des Realen.

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Galerie Thomas Flora. Herzog-Friedrich-Straße 5, Innsbruck; bis 23. November, Di—Fr 15—19 Uhr, Sa 10—13 Uhr.