Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 02.11.2019


Brauchtum

Der Krampus ist in Lienz zum Jubiläum los

Die Nikolaus- und Krampusgruppe Moarfeld feiert mit einer großen Ausstellung in der Tammerburg ihr 25-Jahr-Jubiläum. Daniel Lugger folgt Kurt Glänzer als Obmann.

25-Jahr-Jubiläum wird gefeiert.

© Oblasser25-Jahr-Jubiläum wird gefeiert.



Von Catharina Oblasser

Lienz — Dieses und nächstes Wochenende ist die Lienzer Tammerburg nichts für ängstliche Gemüter: Der Krampus ist los. Die Nikolaus- und Krampusgruppe Moarfeld, kurz „NiKraMo", zeigt zu ihrem 25-jährigen Bestehen eine große Ausstellung, die unter dem Motto „Gschnitzt homas, herzagen tuamas" steht. 39 Schnitzer aus Osttirol sind mit ihren Larven vertreten, an die 400 Ausstellungsstücke werden gezeigt.

Kurt Glänzer (l.) übergibt die Obmannschaft des Vereins „NiKraMo“ nach 25 Jahren an Daniel Lugger.
Kurt Glänzer (l.) übergibt die Obmannschaft des Vereins „NiKraMo“ nach 25 Jahren an Daniel Lugger.
- Oblasser

„Die ältesten Larven stammen aus den 1940er-Jahren und sind aus Matrei", sagt NiKraMo-Obmann Kurt Glänzer, der selbst Schnitzer ist. „Es sind aber auch ganz aktuelle Stücke aus den letzten Jahren dabei." Zu den Krampusgestalten gesellen sich die Brauchtumsfiguren, wie Hexe, Tod, Höllen- und Buttenteufel, Spielmann, Lotter und Litterin. Nikolaus und Engel gehören ebenfalls zur Krampuszeit und sind in der Tammerburg dargestellt.

Jeder der Schnitzer hat seinen eigenen Stil, entsprechend vielseitig ist die Palette der Zirbenholzmasken. Da gibt es solche mit besonders großen Nasen, eine Ötzi-Darstellung und sogar einen Krampus, der eine Ähnlichkeit mit King Kong hat. Faszination, Bewunderung und Gruseln halten sich die Waage. Die Materialien sind vielfältig. „Für meine Larven verwende ich neben Holz auch Ölfarben, Stoff, Schaumgummi zum Auspolstern, Ziegenfell oder Rosshaar", schildert Kurt Glänzer. Eine Larve kann bis zu acht Kilo wiegen, auch Kinderversionen gibt es.

In der Tammerburg wird man das Fürchten gelehrt.
In der Tammerburg wird man das Fürchten gelehrt.
- Oblasser

Die Jubiläumsausstellung ist die letzte Veranstaltung, die Glänzer als Obmann organisiert. Mitte November wird Daniel Lugger, 25, aus Nußdorf-Debant das Amt übernehmen — rechtzeitig zu den Krampusläufen, die „NiKraMo" jedes Jahr organisiert. „Am 3. Dezember laufen wir immer in Lienz, am 5. in Patriasdorf, und am 6. Dezember sind die Kinderkrampusse am Johannesplatz an der Reihe", zählt Glänzer auf. Der 54-Jährige läuft noch selbst mit und hat das auch in den nächsten Jahren vor.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Seit der Verein 1994 gegründet wurde, hat sich einiges verändert, meint der langjährige Obmann. „Heute sind die Läufe organisierter, es gibt Absperrungen, sodass sich die Zuschauer sicher fühlen können", sagt er. Die Krampus-Ausstattung, wie Fell, Gürtel und Glocken, sei komfortabler als früher, meint Glänzer. „Der Brauch wird heute besser angenommen, das hängt auch mit der Begeisterung der Jungen zusammen." Seit 1993 hat der Verein eine Nachwuchsgruppe.

Die Ausstellung in der Tammerburg ist heute sowie am Samstag, 9. November, von 13 bis 21 Uhr geöffnet. An den Sonntagen 3. und 10. November zeigen die Schnitzer ihre Werke zwischen 10 und 17 Uhr.

Alte Krampuslarve.
Alte Krampuslarve.
- Oblasser
Rund 400 Larven sind zu sehen.
Rund 400 Larven sind zu sehen.
- Oblasser