Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 08.11.2019


Bezirk Imst

Imster Anstrengungen für Landecker Kunstsammlung

Der Nachlass der verstorbenen Galeristin Monika Lami wird von der Stadt Imst aufgekauft. Ein Teil davon soll weiterveräußert werden.

Die Sammlung wurde nach Imst überstellt. Darunter sind Werke von Maria Tomaselli (o. l.), Franz Xaver Hauser (o. r.), ein Porträt von Monika Lami aus der Hand von August Stimpfl (u. l.) und sonstiges aus der Galerie.

© MiBDie Sammlung wurde nach Imst überstellt. Darunter sind Werke von Maria Tomaselli (o. l.), Franz Xaver Hauser (o. r.), ein Porträt von Monika Lami aus der Hand von August Stimpfl (u. l.) und sonstiges aus der Galerie.



Von Alexander Paschinger

Imst, Landeck – Es war lange nicht klar, was mit der Sammlung von Monika Lami geschehen sollte. Vor einem Jahr starb die bekannte Chefin der Galerie Elefant in Landeck. Mehr als 300 Kunstwerke befanden sich in ihrer Sammlung, die Erben wollten diese auflösen und das Geld aufteilen. Der Stadt Landeck war das Angebot zu teuer, daraufhin bemühte sich Imst darum – nun sind die Werke vieler namhafter Künstler aus Tirol, Südtirol und dem süddeutschen Raum in Imst gelagert. „Es war bei einer Gemeinderatsbesprechung der Wunsch, dass wir das kaufen sollten“, bestätigt der Imster Bürgermeister und Kulturreferent Stefan Weirather. Der formelle Beschluss werde nachgeholt.

Über den Preis wird nicht gerne und nicht öffentlich gesprochen. In der Land­ecker Stadtpolitik war von einem Angebot in der Höhe von 300.000 Euro die Rede. „Zu viel“, „zu teuer“ und „nicht leistbar“ lautete dort die Einschätzung. Die Imster haben wiederum nachverhandelt: Es gibt eine Höchstschätzung und eine Niedrigstschätzung. „Wir haben uns am unteren Preis orientiert“, sagt Weirather und lässt nur so viel wissen: „Es waren weniger als 100.000 Euro.“

Die Sammlung stellt eigentlich einen Querschnitt der Galerie-Tätigkeit von Monika Lami dar. Im Fundus finden sich viele Werke von Imster und Oberländer Künstlern wie August Stimpfl, Elmar Kopp, Erwin Reheis oder Elmar Peintner und vielen anderen. Vor einigen Wochen wurden sie unter der Aufsicht von Sabine Schuchter vom Museum im Ballhaus verpackt und nach Imst gebracht. Hier lagern sie mittlerweile.

Was mit dem Nachlass, der neben Kunstwerken auch Plakate und vieles mehr umfasst, passieren wird, das ist noch nicht ganz geklärt. Weirather spricht aber von einer möglichen „Sonderausstellung, die in Imst, aber auch in Landeck gezeigt werden kann“.

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Allerdings wird auch davon gesprochen, dass ein Teil der Werke verkauft werden könnte. Der Imster Finanzreferent und Vizebürgermeister Gebhard Mantl ist wie Weirather dafür, „dass auch wieder etwas hereinkommt“. Das werde man aber nicht sofort umsetzen, weil das den Preis drücken würde. Dass die Stadt damit in den Kunsthandel einsteige, lässt BM Weirather nicht gelten: „Wir kaufen und verkaufen ja auch Grundstücke und sind deshalb noch keine Immobilienhändler.“




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