Letztes Update am Mo, 21.10.2013 14:00

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kunst

Yoko Ono predigt Optimismus: Ausstellung in Krems eröffnet

Am Samstag hat die 80-jährige Künstlerin ihre Retrospektive in Krems eröffnet. Negative Gedanken seien in dieser Zeit und Welt nicht angebracht, meint Yoko Ono.



Wien - Yoko Ono (80) blickt positiv in die Zukunft. „Alle reden vom Weltuntergang. Doch wie auch immer die Zukunft aussehen wird, wir sind diejenigen, die sie erschaffen“, sagte die Japanerin der Wiener Tageszeitung „Kurier“ (Montag). Die Konzeptkünstlerin war am Wochenende in Niederösterreich, um ihre Retrospektive zu eröffnen.

Sie hält Zuversicht für den einzigen Weg. „Wir leben in einer Welt, wo wir uns einen düsteren Ausblick schlichtweg nicht leisten können“, so Yoko Ono. Kunst helfe der Gesellschaft dabei und steuere Mächten entgegen, die Interesse daran haben, „uns zu kontrollieren und zu schwächen“.

Am Wochenende eröffnete in der Kunsthalle Krems Yoko Onos Retrospektive „Half-A-Wind Show“ anlässlich ihres 80. Geburtstags. Dort sind rund 200 Werke aus sechs Jahrzehnten ihres Schaffens zu sehen.

Im Pressegespräch mit Hans-Peter Wipplinger, Kurator der Schau und Direktor der Kunsthalle Krems, zeigte sich Yoko Ono - flankiert von Security, perfekt gestylt mit Hut und Sonnenbrille und platziert vor weißen Rosenbuketts - höchst zufrieden mit der Ausstellungsgestaltung, berichtete von ihrer Wertschätzung für John Cage und ihrer Bekanntschaft mit Ernst Fuchs und erklärte über den Antrieb zu ihrem Schaffen:

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„Wann immer ich eine Idee habe, verwirkliche ich sie. Das gibt mir neue Energie. Vielleicht wiederhole ich mich manchmal, aber ich muss immer den nächsten Schritt setzen.“ Die Künstler nimmt sie nach wie vor in die Verantwortung für die Aufrechterhaltung von Zivilisation und Kultur. Eines Tages, so hofft sie nach wie vor, würden alle Menschen in kreative Prozesse eingebunden sein. Ob sie auch ein Konzert in Krems geben würde? „Wenn man mich fragt, warum nicht!“

Die rund 200 Werke aus sechs Jahrzehnten - Objekte, Filme, Installationen, Zeichnungen, Fotografien, Textarbeiten, Tonträger - ergeben einen repräsentativen Querschnitt durch das Schaffen der vielseitigen Künstlerin. Der Titel der Schau geht auf eine große Einzelausstellung 1967 in London zurück, bei der es auch zur Begegnung mit John Lennon kam. Er ist sehr präsent in der Schau, etwa im Film „Smile“ (1968).

Manche Installationen sind mit der Einladung „Nehmen Sie teil - get involved“ versehen, etwa „Telephone in maze“, ein begehbares Plexiglaslabyrinth, oder - eigens für Krems entstanden - „Moving mountains“, zwei schwarze Stoffsäcke, die von den Besuchern zu beweglichen Skulpturen verwandelt werden sollen. Yoko Ono, die sich stark für Umweltschutz und Weltfrieden engagiert, unterhält auch eine ebenso starke Internetpräsenz: Täglich kommuniziert sie auf Online-Plattformen wie Facebook, Twitter und Instagram sowie auf ihrer Website http://imaginepeace.com . (dpa, APA)