Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 24.12.2014


Kunst

Stubenhocken aus Leidenschaft

Nach 35 Jahren nimmt Herlinde Menardi Abschied vom Volkskunstmuseum. Ein Gespräch über Tellerränder, Trachtenerneuerung und die Arbeit in Männerbetrieben.

© Andreas Rottensteiner / TTLieblingsplatz: Die scheidende Chefin Herlinde Menardi in der Fisser-Stube im Volkskunstmuseum.Foto: Rottensteiner



Innsbruck – Auf dem Boden ihres Büros türmen sich in den Wochen vor Weihnachten die Kartons – in 35 Jahren Tätigkeit im Tiroler Volkskunstmuseum hat sich einiges angesammelt. Auch die ladinische Fahne auf Herlinde Menardis Schreibtisch – sie ist nicht nur Relikt der Ladinia-Ausstellung von 2011, sondern zeugt auch vom persönlichen und wissenschaftlichen Interesse Menardis am historischen Tirol. Mit Jahresende tritt die Chefin des Volkskunstmuseums in den Ruhestand, ihre Agenden übernimmt Karl C. Berger. In einer Festschrift zu Menardis Abschied haben ihr zahlreiche Kollegen und Weggefährten die Ehre erwiesen. Für unser Foto soll ein Lieblingsplatz im Museum die Kulisse bilden: Die Volkskundlerin bittet in die Fisser-Stube aus dem 17. Jahrhundert. Aber nicht, weil hier schon Polit-Granden wie Richard von Weizsäcker Platz genommen haben. Im Zuge des Umbaus vor der Neueröffnung 2009 stieg Menardi für den Erhalt der Stuben sogar „auf die Barrikaden“, weil ...