Letztes Update am Di, 05.02.2019 15:29

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Literatur

Philipp Weiss erhält den Rauriser Literaturpreis

Ein „ganz außergewöhnliches Debüt und ein gewichtiges Statement aktueller Literatur“ sei Philipp Weiss‘ Roman „Am Weltrand sitzen die Menschen und lachen“ laut Jury. Eindrücke davon wird es bei der Verleihung des Rauriser Literaturpreises am 27. März geben, der eine Lesung des Preisträgers angeschlossen ist.

Philipp Weiss auf dem Erlanger Poetenfest 2018.

© Wikimedia/Amrei-MariePhilipp Weiss auf dem Erlanger Poetenfest 2018.



Salzburg, Rauris – Bei den 49. Rauriser Literaturtagen im März erhält der Wiener Philipp Weiss den mit 8000 Euro dotierten Rauriser Literaturpreis für sein Romandebüt in fünf Einzelbänden „Am Weltrand sitzen die Menschen und lachen“, wie der für Kultur ressortzuständige Landesrat Heinrich Schellhorn (Grüne) beim Pressegespräch am Dienstag bekannt gab.

Er werde sich sehr anstrengen müssen, mit dem Werk des Preisträgers fertig zu werden, das immerhin über 1000 Seiten umfasse, scherzte Schellhorn bezüglich des Umfangs von Weiss‘ Debüt. Die Jury sieht in ihrer Begründung darin ein „ganz außergewöhnliches Debüt und ein gewichtiges Statement aktueller Literatur“. Eindrücke davon wird es bei der Preisverleihung am 27. März geben, der eine Lesung des Preisträgers angeschlossen ist.

Förderpreis geht an Katherina Braschel

Der mit 4000 Euro dotierte Förderpreis, der dieses Jahr unter dem Thema „Neubeginn“ steht, geht an die gebürtige Salzburgerin Katherina Braschel für ihren Text „Das gute Bild“, den die Jury anerkennend als „ein Stück Literatur mit Widerhaken“ bezeichnet. Sie bringe „ihr Anliegen souverän auf den Punkt: das, was unter der Oberfläche unseres Zusammenlebens schwelt, gefährliche Verschiebungen im Alltag angesichts einer vermeintlichen Bedrohung der privaten Sicherheit und Ordnung also, sichtbar zu machen“, so ein Auszug aus der Begründung der Jury.

Das große Überthema der Rauriser Literaturtage lautet in diese Jahr „Auf.Brüche“. Manfred Mittermayer, Intendant der Literaturtage, begründete die Wahl damit, dass das Thema gut den Zeitgeist der aktuellen Literaturszene abbilde und von großer gesellschaftlicher Relevanz sei. „Die größte Herausforderung in unserer Situation ist die Migration. Aber der Aufbruch hat natürlich auch positive Seiten, nämlich sich zu öffnen. Wir haben uns bei den Autoren umgesehen und festgestellt, dass das ein ganz großes Thema ist. Es geht dabei nicht nur um unsere Zeit, sondern auch um Geschichten über Generationen“, so der Intendant weiter.

Den Auftakt am 28. März machen Petra Nagenkögel, Verena Mermer und Vladimir Vertlib in der Heimalm, bei denen vor allem geografische Unruhen ein großes Thema sind. Am Freitagabend gibt es Lesungen und Gespräche mit Peggy Mädler, Nana Ekvtimishvili und Daniel Wisser. Bei der Lyrik Matinee am 30. März stellen Tom Schulz und Ales Steger ihre neuesten Werke vor, die auch erst im März erscheinen werden. Besonders freue sich der Intendant auf ein Gespräch mit dem Salzburger Karl-Markus Gauss, der vor allem über seine Einflüsse berichten wird und am Samstagabend auch noch einmal bei einer Lesung auftritt. (APA)


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