Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 07.08.2019


Bildband

Leiden im Dienst der Gier nach Gold

Sebastião Salgad­o hat unmenschliche Arbeitsbedingungen in einer Goldmine festgehalten, die Bilder erscheinen nun in einem Band.

Sebastião Salgado fotografierte in den 1980er-Jahren die Arbeitsbedingungen brasilianischer Goldgräber.

© Salgado/TaschenSebastião Salgado fotografierte in den 1980er-Jahren die Arbeitsbedingungen brasilianischer Goldgräber.



Innsbruck – Der brasilianische Fotograf Sebastião Salgad­o hat Mitte der 1980er-Jahre die Serr­a Pelada besucht, die damals als größte Goldmine der Welt galt. Eindrücklich geben seine Schwarz-Weiß-Aufnahmen die unmenschlichen Arbeitsbedingungen auf dieser abgelegenen Bergkuppe im Amazonas-Regenwald wieder. Sie sind nun in einem edel ausgestatteten Bildband mit dem ebenso simplen wie treffenden Titel „Gold“ erschienen.

Es sind Arbeiten wie diese, für die der inzwischen 75-jährige Salgado am 20. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse als erster Fotograf den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten wird. Seine Bilder des brasilianischen Goldrauschs zeigen insbesondere die brutalen Bedingungen der Jagd nach dem begehrten Bodenschatz. „Eine latente Aggressivität herrschte vor, und obwohl nur die Polizei bewaffnet war, brachen Schlägereien aus, die gefährlich eskalieren konnten: Ein Polizist, der einen Arbeiter erschossen hatte, wurde vom Mob fast zu Tode gesteinigt“, erinnert sich Salgado. Inzwischen wird in der Serra Pelada nicht mehr geschürft, geblieben sei „eine Landschaft voller Narben“. Die Gier ist weitergezogen.

Bildband Sebastião Salgado: Gold. Taschen Verlag, 208 Seiten, 50 Euro.