Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 10.10.2019


Bezirk Lienz

Prägratener „Alpenkönig“ Alois Berger wird literarisch

Der Prägratner Alois Berger war über 50 Jahre Bergführer und ist in seiner Heimat als „Alpenkönig“ bekannt. Mit Karin Wurzacher schrieb er ein Buch über sein Leben.

Als im Sommer 2002 in Prägraten das Wrack einer Ju 52 aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden wurde, war Alois Berger hautnah mit dabei. Berger ließ das Bergsteigen schon vor Jahren sein. Die Gesundheit erlaubt keine alpinen Touren mehr.

© RainerAls im Sommer 2002 in Prägraten das Wrack einer Ju 52 aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden wurde, war Alois Berger hautnah mit dabei. Berger ließ das Bergsteigen schon vor Jahren sein. Die Gesundheit erlaubt keine alpinen Touren mehr.



Von Catharina Oblasser

Prägraten, Lienz – Ein Leben, wie es im Buche steht: Das ist die Geschichte von Alois Berger, einem Bergführer aus Prägraten, heute 84 Jahre alt. In Osttirol hat sich im Lauf der Zeit für ihn der Spitz­name „Der Alpenkönig“ eingebürgert, wohl weil die Alpen und insbesondere die Berge der Heimat sein Lebensinhalt waren.

Nun hat Autorin Karin Wurzacher die Erinnerungen von Alois Berger zu Papier gebracht. Das Buch heißt – wie könnte es anders sein – „Der Alpenkönig“. Am Donnerstag, den 17. Oktober, wird das Werk in der Stadtbücherei Lienz (Egger-Lienz-Platz 2) präsentiert. Karin Wurzacher und Alois Berger werden anwesend sein.

Aufgewachsen ist Berger mit fünf Geschwistern, seine erste Führung machte er mit 17. Als er 20 Jahre alt war, absolvierte der Prägratner die Bergführerprüfung und arbeitete danach am Defereggerhaus, das die Ausgangsbasis für Gipfeltouren auf den 3657 Meter hohen Großvenediger bildet. Wie oft er selbst auf dem Gipfel gestanden ist, weiß Berger nicht mehr genau. „Ein paar tausend Mal werden es wohl gewesen sein. An manchen Tagen bin ich ja zweimal hinaufgegangen“, erinnert sich der 84-Jährige im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung.

Autorin Karin Wurzacher brachte Bergers Leben zu Papier.
Autorin Karin Wurzacher brachte Bergers Leben zu Papier.
- Funder

Alois Berger war als Bergführer nicht nur in Osttirol tätig, sondern auch in der Schweiz und in Italien. Über 50 Jahre geleitete er Gäste aus verschiedensten Ländern auf die Gipfel der Alpen. Mehrere Male setzten Unfälle im Gebirge seiner Gesundheit zu. Von Knochenbrüchen und Bänderrissen musste sich Alois Berger immer wieder erholen. Ihm zu Ehren ist eine Wanderstrecke von der Esser-Rostocker-Hütte zur Clarahütte benannt: die „Alpenkönig-­Route“.

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Schon 1957 trat Alois Berger der Bergrettung Prägraten bei, zu seinem „80er“ im Jahr 2015 erhielt er das goldene Ehrenzeichen der Bergrettung Tirol. Als Bergretter war der „Alpenkönig“ auch bei einer historischen Entdeckung aus nächster Nähe dabei: Im Sommer 2002 fand eine Gruppe von Prägratner Bergrettern am Umbalkees Wrackteile, die ausgeapert waren. Wie sich später herausstellte, handelte es sich dabei um die Überreste einer Junkers Ju 52. Das Flugzeug war 1941, während des Zweiten Weltkriegs, auf dem Gletscher gestrandet. Auch diese Erinnerungen teilt Alois Berger im Buch mit den Lesern.

Den Text hat Karin Wurzacher nach den Erinnerungen von Alois Berger verfasst. „Es wurde alles auf Band aufgenommen“, sagt sie. Danach wurde es niedergeschrieben. Beschreibungen von lebensbedrohlichen Situationen, zahlreiche Anekdoten und „überraschende, erstaunliche wie auch schockierende Details“ verspricht die Beschreibung. Das Buch umfasst rund 160 Seiten und ist bebildert.