Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 23.08.2013


Literatur

Literarischer Parcours mit Parkblick

Begegnungen und Empfehlungen stehen im Zentrum der 11. Auflage des Literaturfests „Sprachsalz“.

Das Sprachsalz-Team im Blätterwald: Elias Schneitter, Valerie Besl, Heinz D. Heisl, Ulrike Wörner, Magdalena Kauz und Urs Heinz Aerni (v. l.).<span class="TT11_Fotohinweis">Foto: Hammerle</span>

© Das Sprachsalz-Team im Blätterwald: Elias Schneitter, Valerie Besl, Heinz D. Heisl, Ulrike Wörner, Magdalena Kauz und Urs Heinz Aerni (v. l.).Foto: Hammerle



Hall – Im Alter muss man auf die Figur schauen. So gesehen ist’s in Ordnung, dass das Programm des Literaturfestivals „Sprachsalz“ heuer etwas schlanker des Weges kommt als im Vorjahr, als der Literatur-Parcours sein zehnjähriges Bestehen feierte. Und da wollten die Organisatoren klotzen und nicht kleckern. „Das war eine Massenarbeit“, gesteht Heinz D. Heisl, der mit Elias Schneitter, Magdalena Kauz, Ulrike Wörner, Urs Heinz Aerni für die Festival-Programmierung verantwortlich zeichnet – und froh ist, dass bei der elften Auflage der Internationalen Literaturtage nur „ziemlich viel Arbeit“ zu leisten war.

Vom Ergebnis der Schufterei kann man sich von 13. bis 15. September in Hall überzeugen: Ein Großteil der Lesungen geht im Parkhotel über die Bühne, wo bei Schönwetter auch die Terrasse zum literarischen Erlebnisort wird. Zudem werden der Haller Medienturm, die Stadtbücherei und der Kursaal mit „eindrucksvollen Begegnungen und Empfehlungen“ erfüllt – gemäß dem diesjährigen „Sprachsalz“-Motto. Die Liste der geladenen Literaten liest sich spannend: Unter anderem darf man sich auf Amüsant-Bösartiges von Max Goldt freuen, mit dem Tiroler Allzweckdichter Markus Köhle Wortakrobatik erleben, den Argentinier Hernán Rosin bei seinem ersten Europa-Besuch beistehen, mit Michael Stavaric ins „Königreich der Schatten“ eintauchen oder Anne Cunéo ins Zürich der 1940er Jahre begleiten. Großes Augenmerk wird aber auch auf die Lyrik gelegt: Zu Gast sind u. a. die deutsch-türkische Dichterin Zehra Cirak sowie der Spoken-Word-Experte Alan Kaufman, der seinen Gedichtband „Zwangsjackenelegien“ vorstellt. Zudem wird Kaufman im Gespräch mit dem Tiroler Autor Norbert Gstrein zu erleben sein, der ihn bestens kennt – teilten sich die beiden doch Anfang der 90er ein Appartement in San Francisco.

Der Eintritt zu allen Lesungen ist wie immer frei, vor allem für die Überraschungslesung am 15. September – der Gast wird wie immer streng geheim gehalten! – sollte man sich Platzkarten sichern. Am Freitag steht zudem eine Kooperation mit den Klangspuren auf dem Programm: Geboten werden Kompositionen zu Texten von Jean Paul. (fach)




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