Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 15.11.2014


Literatur

Die Welt der Literatur erobern

Der Leisacher Mathias Klammer hat mit 26 Jahren bereits das dritte Buch veröffentlicht. Sein neues Werk handelt von einem Selbstmordkandidaten und einem todkranken Kind.

© Arne MüselerDas Texten für seinen Brotberuf in einer Agentur und das literarische Schreiben sind für den Osttiroler Autor Mathias Klammer zwei Dinge, die nichts miteinander zu tun haben.Foto: Arne Müseler



Von Catharina Oblasser

Leisach, Salzburg – Schreiben ist die Hauptbeschäftigung im Leben des 26-jährigen Mathias Klammer. Einerseits hat er das Texten zu seinem Beruf gemacht, er arbeitet seit drei Jahren bei der Werbeagentur des Osttirolers Klaus Moser in Salzburg. Andererseits hat sich Klammer schon früh der Literatur verschrieben. Nach einem Erstlingswerk, das vorerst unveröffentlicht in einer Schublade verschwand, kam 2011 sein Roman „Der Minimalismus der Dinge“ heraus. „Ich hatte Glück, weil ich einen guten Verlag dafür fand, der in Wien, Salzburg und Oberösterreich tätig ist“, erzählt Klammer. Damit stieg auch sein Renommee als Autor. Im Jahr 2012 folgte der Erzählband „Nicht hier, nicht jetzt“, vor Kurzem publizierte er den zweiten Roman „Ein guter Tag zum Fliegen“.

Die Geschichte verbindet das deprimierende Schicksal eines Einzelgängers mit der tröstlichen Hoffnung auf ein besseres Leben, als die Hauptfigur nach einem Selbstmordversuch im Spital ein kleines krebskrankes Mädchen kennen lernt. „Das Mädchen gibt ihm den Lebenssinn zurück, er verschönert ihre letzten Tage“, beschreibt der Autor.

Klammer selbst mag die Balance zwischen beruflichem Texten und literarischem Schreiben. „Diese beiden Tätigkeiten überschneiden sich nicht, es sind zwei verschiedene Welten“, sagt er. In der Literatur habe man es leichter: „Man kann schreiben, was einem gefällt. Wenn man einen Kunden hat, ist das schwieriger.“ Allein von der Schriftstellerei zu leben, klinge zwar verlockend, erzeuge aber auch viel Druck. „Das nimmt viel vom Spaß am Schreiben weg. Die Mischung, die ich jetzt habe, ist stressig, aber gut“, meint der junge Autor.

Wenn er selbst liest, ist die Lektüre bunt gemischt: „Ich mag amerikanische und französische Autoren, bin aber auch ein Fan von Bernhard Aichner“, schildert Mathias Klammer.