Letztes Update am So, 14.04.2019 09:49

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Romy 2019

Armin Wolf an ORF-Gebührenzahler: “Bitte bezahlen Sie weiter“

Der “ZiB 2“-Moderator warnte in seiner Rede bei der Romy-Verleihung vor der Abschaffung der GIS-Gebühren und appellierte an den ORF, “schmissige Dokumentationen und scharfe Satire“ nicht nur zu produzieren, sondern auch zu senden.

Armin Wolf gewann die Romy in der Kategorie Information.

© APAArmin Wolf gewann die Romy in der Kategorie Information.



Wien - Bei der 30. Romy-Verleihung am Samstagabend in Wien ging es politisch her. Besonders hervorgestochen ist dabei die Rede von "ZiB 2"-Anchor Armin Wolf, der zum Publikumsliebling in der Kategorie Information gewählt wurde: Der Moderator richtete einen Appell an die ORF-Gebührenzahler: "Bitte bezahlen Sie weiter, solange man Sie noch lässt. Wenn man Sie nämlich nicht mehr lässt, dann haben wir einen Staatsfunk."

Auch an den Sender selbst richtete Wolf eine Botschaft. Der ORF möge "aufrecht, selbstbewusst und unabhängig" agieren. Und der ORF solle "schmissige Dokumentationen und scharfe Satire" nicht nur produzieren, "sondern auch senden, ohne Piep", spielte er auf die jüngste Aufregung um eine "maschek"-Ausgabe in "Willkommen Österreich" und auf eine noch nicht gesendete Burschenschafter-Dokumentation an.

"Zu Tode gefürchtet ist auch tot", sagte er in der vom ORF live übertragenen Gala in Richtung des anwesenden ORF-Generaldirektors Alexander Wrabetz. Ebenfalls im Saal war Medienminister Gernot Blümel (ÖVP), und er bekam vom Anchorman zu hören: "Von der Politik würde ich mir ein neues ORF-Gesetz wünschen, das den ORF nicht erpressbarer macht." Vielmehr brauche der Öffentlich-rechtliche "mehr Unabhängigkeit. Das würde von der Politik einen Verzicht auf Einfluss verlangen. Ich weiß, das wäre schwierig, aber das wäre wirklich neuer Stil." (TT.com, APA)