Letztes Update am Do, 22.10.2015 15:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Soundstube Tirol

Die Leiden(schaft) des jungen Jo: Tiroler Songwriter mit Debütalbum

Der Tiroler Jo Stöckholzer hat sein Debütalbum „Alles“ präsentiert. Darauf lässt der erst 22-jährige Liedermacher auf poetische Weise in seine Gefühlswelt blicken und experimentiert mit erfrischendem Bandsound.

Deutschsprachiger Folk mit einem Hauch von Elektrizität, so bezeichnet Jo Stöckholzer seine Musik.

© StöckholzerDeutschsprachiger Folk mit einem Hauch von Elektrizität, so bezeichnet Jo Stöckholzer seine Musik.



Von Simon Hackspiel

Innsbruck - Wer kennt das nicht? Man erlebt etwas sehr Eindrückliches, etwas das einen gedanklich nicht mehr loslässt. Für den Liedermacher Jo Stöckholzer sind genau solche intensiven, bisweilen auch leidvollen Erfahrungen die wichtigste Inspirationsquelle. „Ich muss mir manches einfach von der Seele schreiben. Es ist für mich eine Art Therapie“, sagt er im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung über sein Debütalbum „Alles“, das er Mitte Oktober im Innsbrucker Treibhaus präsentierte.

Dabei besingt Stöckholzer das Erlebte nicht konkret. Vielmehr sind es Fragmente aus seinem Gefühlsleben: mal sanft und positiv wie im Song „Winter zu Sommer“, mal von Selbstzweifeln durchsetzt wie bei „Aussenseiter“. „Wie Lange“ handelt von der aufwühlenden Auseinandersetzung mit dem Tod. Beschwingter, aber doch ernst, geht es in „Hinterhof“ zur Sache. Einige der metaphernreichen Textpassagen werden erst durch mehrmaliges Hören nachvollziehbar, manche bleiben undurchsichtig. „Diesen Interpretationsspielraum lass‘ ich ganz bewusst offen“, sagt der erst 22-jährige Tiroler. „So kann sich jeder seine eigenen Gedanken machen.“ Grundlegende Emotionen transportiert er ohnehin durch seinen melancholischen Gesang - kratzig bis heiser, mit punktuellem Kopfstimmen-Einsatz.

Vom Solokünstler zum Bandleader

Seit 2012 steht Stöckholzer auf der Bühne, die ersten zwei Jahre als Solokünstler. Mit Gitarre und kuriosen Instrumenten, die er per Loopstation in seine Performances einbaute, bespielte er den deutschsprachigen Raum und trat unter anderem als Support von Garish oder Clara Luzia auf. Vergangenes Jahr sicherte er sich schließlich die Unterstützung von Dorian Windegger (Keyboards), Fabian Schuler (Bass), Simon Rainer (Schlagzeug) und DJ Badspin. „Durch die Band kann ich stärker in die Gefühlsebene eintauchen“, erklärt Stöckholzer. „Wenn ich alleine auf der Bühne stehe wird es oft kopflastiger, weil ich fokussierter auf die Abläufe sein muss.“

Seine Musik beschreibt der Bandleader als „deutschsprachigen Folk, durchsetzt mit einem Hauch Elektrizität“. Gemeinsam mit Patrick Schmiderer von Aktiv Sound Records in Landeck feilte er in den letzten zwei Jahren an seinem ersten Studioalbum. „In der Zwischenzeit habe ich emotional wieder einige heftige Dinge erlebt und entsprechend viel geschrieben“, so Stöckholzer. Genug Stoff für ein neues Album also? „Ist schon in Planung.“ Und: „Es wird sicher wütender.“

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