Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 07.05.2018


Musik

Begabt und lustvoll auf dem Weg nach oben

Dominik Wagner, Vera Karner und Maciej Skarbeck musizierten im Saal des Landeskonservatoriums.

© Jeunesse InnsbruckBeeindruckende junge Garde im Landeskonservatorium: Dominik Wagner, Maciej Skarbeck und Vera Karner (v. l.).



Von Ursula Strohal

Innsbruck – Die Generationenmischung im Innsbrucker Konzertzyklus der Jeunesse fällt auf: Auf der Bühne junge Hochbegabte, die hier Auftrittsroutine schulen und Programme erproben können, im Publikum hauptsächlich schon länger junge Menschen mit Freude an den künstlerischen Entdeckungen. Drei Newcomer zwischen 20 und 26 Jahren waren am Freitag zu erleben, fantastisch begabt, Preisträger von Wettbewerben und international erfolgreich. Für die taufrische, beachtenswerte Klarinettengruppe Papillon im Vorkonzert sei angemerkt: Die tollen Künstler des Hauptprogrammes stecken alle noch mitten in ihren (Aufbau-)Studien.

Dominik Wagner, Jahrgang 1997, erhielt im Vorjahr den Echo Klassikpreis in der Kategorie Nachwuchskünstler. Als Fünf- bis Zehnjähriger hatte er Violoncello-Unterricht, dann wechselte er zum Kontrabass, weil er ihn so cool fand. Die Vorübung ist noch präsent im klanglichen Zugang, in seinem trotz aller Fingerfertigkeit hochfeinen, flexiblen und eleganten Musizieren, seinem warmen, nie diffusen Ton. Wie er stammt Vera Karner aus Wien, die klar, wendig und sicher zupackende Klarinettistin, mit der er in dem Album „Gassenhauer Gassenbauer“ in eigenen Arrangements die ungewöhnliche Besetzung erprobte und 2016 den Fanny-Mendelssohn-Förderpreis erhielt. Dazu kam im Konzert Maciej Skarbeck, ein in der Gewichtung der kammermusikalischen Übung schon sehr versierter Pianist.

Auf dem Programm zunächst Einzelsätze aus der CD, neben bekannten Werken wie Ludwig van Beethovens „Gassenhauer Trio“ und Max Bruchs „Acht Stücke für Viola, Klarinette und Klavier“ auch Beispiele aus Kompositionsaufträgen. Die Musik von Mark Chaet, Akos Banlaky, Georg Breinschmid und Wolfram Wagner eint individueller Charme, Frische und Einfallsreichtum, entsprechend lustvoll dargeboten von dem Trio. In der Bearbeitung des viersätzigen a-Moll-Trios op. 114 von Johannes Brahms zeigten Wagner/Karner/Skarbeck über die fröhlichen Pointen des ersten Konzertteiles hinaus einen ernsthaften, reifenden Zugriff auf große Kammermusikliteratur.