Letztes Update am Fr, 18.05.2018 12:08

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Philip Glass spielt bei „Musik im Riesen“ in Wattens

Das Festival „Musik im Riesen“ (24. bis 27. Mai) widmet der amerikanischen Minimal-Music-Legende einen Abend und bringt den Komponisten auch selbst als Solisten auf die Bühne.

© GETTY IMAGES NORTH AMERICAUS-Komponist Philip Glass tritt in Tirol auf.



Wattens — Der amerikanische Komponist und Musiker Philip Glass kommt am 25. Mai nach Wattens und tritt im Rahmen des Festivals „Musik im Riesen" auf. Glass steht an diesem Tag sowohl als Komponist und Solist als auch als Schöpfer des „Tirol Concerto for Piano and Orchestra" im Zentrum. Seine berühmte Komposition kennt man vor allem als Untermalung des Films „Tirol — Land im Gebirg".

Es wird die erst zweite Aufführung des „Tirol Concerto" auf Tiroler Boden gewesen sein, wenn der — bereits ausverkaufte — Abend am 25. Mai zu Ende ist. Die Uraufführung des Stücks durch das Stuttgarter Kammerorchester unter dem Dirigat von Dennis Russell Davies in einer Werkhalle der Jenbacher Werke (heute GE) im September 2000 verlief damals nicht reibungslos. Die an sich wohlklingende, schöntönende und zugängliche Komposition, eine Auftragsarbeit für die Tirol Werbung, sorgte für Diskussionen und stieß auch auf Ablehnung. Solche Diskussionen werden demnächst in Wattens mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausbleiben.

Musikinteressierte werden Ende Mai nämlich wohl weniger deshalb nach Wattens pilgern, um sich über die Komposition zu ereifern, sondern um eine der rar gewordenen Möglichkeiten wahrzunehmen, den 1937 geborenen Glass auf der Bühne leibhaftig zu erleben. Vorrangig auf die Bühne gebracht wird dabei seine Klaviermusik. Mit an Bord ist abermals Dennis Russell Davies, der, wie Glass selbst, am 25. Mai hinter dem Klavier Platz nimmt. Den Taktstock schwingt Davies dann erst beim folgenden „Tirol Concerto for Piano und Orchestra".

Neben Philip Glass setzt der künstlerische Leiter des Festivals, Thomas Larcher, zum 15-jährigen Jubiläum von „Musik im Riesen" stark auf Streichquartette und kammermusikalische Finesse, etwa mit dem „Tetzlaff Quartett" oder „Quatuor Ébène", die das Festival am 24. Mai eröffnen und sich unter anderem Ludwig van Beethoven widmen werden. Seiner „heimlichen Liebe", der Alten Musik, wie es Larcher ausdrückte, bietet der künstlerische Leiter beim Festival aber ebenfalls nicht zu knapp eine Bühne. Der Tenor Julian Prégardien wird zusammen mit dem Instrumental- und Vokalensemble Les Talens Lyriques vornehmlich Werke von Michel Lambert oder Jean-Philippe Rameau zum Klingen bringen und auch „Vox Luminis" tun es diesen mit Stücken aus der Feder von Thomas Tallis oder Thomas Tomkins am nächsten Tag gleich. (TT.com/APA)