Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 20.05.2018


TT-Interview

Tiroler Musikproduzent Stix: “Töne sind wichtiger als Zahlen“

Der Tiroler Erfolgsproduzent Manu Stix im TT-Interview über seinen Zugang zur Musik und über Wege, Künstler musikalisch zu entwickeln.

© Ambient StudiosManu Stix im Wohlfühlambiente seines renommierten Studios in Mils bei Hall.Foto: Ambient-Studios



Manu Stix, der Slogan deines Ambient-Studios ist artist design & music creation. Kann man einen Künstler einfach so kreieren?

Manu Stix: Die meisten meiner Klienten kommen zu mir, damit ich ihnen wieder in die Spur helfe oder um von Anfang an als Ideengeber und Umsetzer an deren Seite zu stehen. Meine Aufgabe ist es auch, dem Künstler nicht bewusstes Talent zu entlocken, seine Richtung zu definieren. Ich bin bestrebt, für jeden seinen ganz persönlichen Klang zu entwickeln.

Die meisten einheimischen Bands und Plattenfirmen können sich dich als Produzenten aber ja gar nicht mehr leisten, oder?

Stix: Das kann man so nicht sagen. Ich bin Musiker, und die Liebe zur Musik steht für mich immer im Vordergrund. In der Musikindustrie ist es leider meistens so, dass zuerst die Zahlen gehört werden und dann die Töne. Ich wollte einfach raus aus der Quantität und möchte die Qualität für mich und den Künstler sprechen lassen.

Wie sieht dein durchschnittliches Arbeitspensum aus?

Stix: Teilweise arbeite ich 100 Stunden an einem Song. Wenn ich dann auf mein Honorar blicke, ist der Stundenlohn oftmals auch nicht mehr so prickelnd. Wenn der Künstler damit aber dann Erfolg hat und glücklich ist, strahlt mein Herz und ich bin stolz auf unser Produkt.

Du bist in fast allen musikalischen Genres der Musik vertreten. Steht dir das nicht auch manchmal im Weg?

Stix: Auf jeden Fall! Es ist irgendwie Fluch und Segen. Ich bin erst spät darauf gekommen, dass ich mich dafür nicht schämen muss, dass mir von Klassik über Pop und Jazz bis hin zum Schlager und echter Volksmusik alles gefällt. Das ist nämlich vielleicht das, was mich auch ausmacht als Produzent.

Dein größter Erfolg bisher war die Single „Küss mich, halt mich, lieb mich" von der jetzigen DSDS-Jurorin Ella Endlich mit 150.000 verkauften Einheiten, woran arbeitest du zurzeit?

Stix: Es laufen immer mehrere Projekte gleichzeitig. Ich habe gerade für die weltbekannte Band U2 einen Remix gemacht. Jetzt konzentriere ich mich aber auf „Mia Nova", die Geigerin von Russkaja, mit der wir ein Solo-Projekt aufziehen. Ihre erste Single „You know my name" wird demnächst erscheinen.

Das Gespräch führte Hubert Trenkwalder




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