Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 23.05.2018


Musik

Aufgaben gehen über Schnapsausschank hinaus

Der Blasmusikverband rüstet sich für die Jubiläumsfeier im Juni. Neben den Stabführern wurden auch die Marketenderinnen geschult.

© SchranzBei einer Fortbildung in Tobadill wurden die Stabführer und Marketenderinnen geschult.Fotos: Schranz



Von Paul Schranz

Tobadill – Die Vorbereitungen für das 70-Jahr-Jubiläum des Landecker Blasmusikverbandes am 30. Juni laufen auf Hochtouren. Neben einem Bezirksmusikfest wird es auch eine Marschmusikbewertung geben, an der 13 Musikkapellen des westlichsten Musikbezirkes des Landes Tirol und ein Gastorchester aus Liechtenstein teilnehmen werden. Acht davon messen sich in verschiedenen Schwierigkeitsstufen bei der Marschmusikbewertung.

Die Jury wird dabei u. a. das Auftreten und die verschiedenen Elemente wie das „Abfallen“ von Fünfer- auf Dreierreihen, das „Abreißen“ des Marsches und das exakte Marschieren in den Kurven unter die Lupe nehmen. Am vergangenen Samstag stand in Tobadill eine Schulung für die Stabführer auf dem Programm. Landesstabführer Robert Werth und der Bezirksverantwortliche Lukas Spiß übten mit den Stabführern und der Musikkapelle Tobadill, worauf es beim Marschieren und beim Wettbewerb ankommt.

An vorderster Front jeder Kapelle stehen aber auch die Marketenderinnen. Zum ersten Mal in der Geschichte des Musikverbandes gab es auch eine Fortbildung für diese Gruppe. Bezirksobmann Florian Geiger betonte deren wertvollen Beitrag: „Dieser geht weit über den Verkauf des Schnapses hinaus.“ Er gab Tipps für ein perfektes Erscheinungsbild der Damen. So seien die Marketenderinnen ein wichtiges Bindeglied zwischen den Kapellen und Zuhörern und für ein geordnetes Auftreten der Kapellen mitverantwortlich. Für die minderjährigen Jungmusikanten könnten sie vor allem bei Ausflügen und Konzertreisen den Mutterersatz übernehmen.

BH-Stellvertreter Siegmund Geiger berichtete von bundesweiten Anstrengungen, den Jugendschutz zu vereinheitlichen. „Das spielt vor allem eine Rolle, wenn Kapellen in anderen Bundesländern unterwegs sind“, so Geiger. Die Marketenderinnen tragen beim Ausschenken des Schnapses eine große Verantwortung, so dürfen an unter 16-Jährige grundsätzlich kein Alkohol und an 16- bis 18-Jährige keine „harten Getränke“ ausgegeben werden. „In meiner Zeit bei der BH Landeck hat es keine einzige Anzeige gegeben, bei der Marketenderinnen dieses Gesetz missachtet hätten“, stellte Geiger den Damen ein gutes Zeugnis aus.

Bezirksobmann Florian Geiger möchte die Marketenderinnen auch in Zukunft öfter zu Fortbildungen laden. „Wir möchten informieren und sensibilisieren. Von Vorschriften halten wir nichts.“