Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 28.05.2018


Innsbruck

Steaming Satellites im Treihaus: Vom Suchen und Finden der Liebe

Die Steaming Satellites präsentierten gut Erprobtes und ihre neue Platte im Innsbrucker Treibhaus.

© gasser



Innsbruck – „Wo ist die Liebe?“ schrie Steaming-Satellites-Frontman Max Borchardt in die Innsbrucker Menge. Mit Liebe wollte und sollte er am Freitagabend im Treibhaus überhäuft werden. Der Konzert-Opener, „Put It Down“, ist gleichzeitig das erste Lied der aktuellen Satellites-Platte „Back From Space“. Nachdem die Band zuvor einen poppigeren Weg eingeschlagen hat, kehrten die Salzburger Indie-Lieblinge damit zu jenem fetzigen Space-Rock zurück, der sie bekannt machte. Live freilich wird das Repertoire, das sich seit 2005 angesammelt hat, bunt durchgemischt: Lied Nummer zwei etwa, „Witches“, ist ein ebenso gut abgehangener wie mitreißender Ohrwurm. Altes und Neues, gut Erprobtes und bislang selten Gehörtes hielten sich also so ziemlich die Waage – und sorgten dafür, dass der ausverkaufte Treibhaus-Keller seinem Namen gerecht wurde: Es wurde heiß.

Seit ihren Anfängen waren die Steaming Satellites regelmäßige Gäste im inzwischen geschlossenen Innsbrucker Weekender-Club. Mit „Weekender presents“ war denn auch der freitägige, insgesamt neunte Besuch der Band in der Tiroler Hauptstadt überschrieben. Etwas Weekender-Wehmut spielt also mit bei diesem großartigen Konzert, das sich zusehends zur audiovisuellen Experience auswuchs: Die Lichtshow war flashig, neonfarbene Spots teilten den Bühnennebel in mehrere Ebenen – und machten die Band zu dunklen Silhouetten vor grellem Blitzlichthintergrund. Solcherart erleuchtet schwangen sich die Steaming Satellites von Höhepunkt zu Höhepunkt: Songs wie „The Sea“, den Sänger Borchardt gegen Ende des Sets anstimmte, entwickeln einen eigentümlichen Sog, sie scheinen ganz für die Bühne geschrieben. „How Dare You!“, eingeleitet von einem Elektro-Orgel-Solo in vollkommener Dunkelheit, schließlich gestaltete die Band zum Mitsing-Hochamt aus. Die von Borchardt eingeforderte Liebe wuchs sich zum gemeinsamen Rausch aus, zur Euphorie-Orgie. Was die Band mit insgesamt fünf Zugaben belohnte, darunter auch ein Arctic-Monkeys-Cover. Die Steaming Satellites haben die Liebe gefunden, im Treibhaus in Innsbruck. (lg)