Letztes Update am Sa, 23.06.2018 08:57

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wien

35. Donauinselfest: 800.000 Besucher zum Auftakt in bester Stimmung

Das dreitägige Gratisfestival wird am heutigen Samstag fortgesetzt. Auf dem Programm stehen dabei Auftritte unter anderem von Voodoo Jürgens, Ernst Molden, den Shout Out Louds, Konstantin Wecker oder Lisa Stansfield.

© APADie Besucher trotzten den kalten Temperaturen.



Wien – Am 35. Wiener Donauinselfest sind zum Auftakt am Freitag – trotz kühler Witterung – insgesamt 800.000 Besuche gezählt worden. Das teilte der Veranstalter, die Wiener SPÖ, mit. Gröbere Zwischenfälle wurden nicht gemeldet.

Das dreitägige Gratisfestival wird am heutigen Samstag fortgesetzt. Auf dem Programm stehen dabei Auftritte unter anderem von Voodoo Jürgens, Ernst Molden, den Shout Out Louds, Konstantin Wecker oder Lisa Stansfield.

Ausgelassene Stimmung

Während auf der Ö3-Bühne die Chartstürmer Wanda dem Publikum einheizten, stand der Freitagabend auf der FM4-Bühne am Wiener Donauinselfest ganz im Zeichen des Rap. Als Headliner sorgte die Antilopen Gang für Stimmung, die sich selbstbewusst mit den Worten „die Kings sind back“ ankündigten. Davor brachte die Linzer Rapperin Mavi Phoenix das Publikum in Partylaune.

„Der Eintritt ist frei, das Wetter ist gut und die Antilopen Gang ist der Headliner - wie kann man da nicht gut drauf sein“, fragte sich die deutsche Hip-Hop-Formation. Das sah augenscheinlich auch das Publikum so, das begeistert zu Nummern wie „Enkeltrick“, „Outlaws“ oder „Der goldene Presslufthammer“ mitrappte und zu den Beats hüpfte. „Es ist über ein Jahr her, dass wir das letzte Mal in Wien waren und wir hatten Sehnsucht“, gestand die Band, die an Wien nicht nur ihre Fans, sondern vor allem auch die „Kaskrainer“ schätzt.

In Partylaune war auch die Oberösterreicherin Mavi Phoenix, die – im Kontrast zu ihrer international tauglichen Musik – mit dem Publikum ausschließlich im Dialekt kommunizierte. „Ich geh meistens immer voll früh heim, aber heute will ich ein bisschen feiern“, verkündete die lässig in weiter Jacke und Sonnenbrille gekleidete Rapperin. Dazu war auch das Publikum bereit, das zu „Yellow“, „Aventura“ oder „Janet Jackson“ tanzte.

Auch ihre neueste Single „Bite“ kam gut an, in der es um Schlangen geht, wie sie erklärte: „Es gibt nämlich in dem Business ein paar Schlangen und die beißen dich ab und zu.“ Mit ihrem eigenen Label will Mavi Phoenix das anders machen: „Wir schauen aufeinander, wir lieben einander.“

Davor brachte unter anderen die österreichische Rapperin und Poetry-Slammerin Yasmo mit ihrer Band Die Klangkantine das Publikum zum Tanzen. Bei bestem Aprilwetter mit einem Wechsel zwischen Regen und den letzten Sonnenstrahlen performte sie ihre (gesellschafts-)politischen und feministischen Texte zu den Klängen der Big Band.

Wanda großartig auf der Bühne

Selbes Event, neue Bühne: Mit den Austropop-Wunderknaben von Wanda sind am Freitag die Headliner des heurigen Donauinselfestes aufgetreten. Die Band war zum zweiten Mal auf der Megaparty zu Gast – und feierte einen stets ungefährdeten Heimsieg. Dass der Andrang noch größer war als bei der Premiere 2015 lag auch in der Natur der Sache.

Damals war die Band, die zu jener Zeit gerade zum Höhenflug ansetzte, auf der FM4-Bühne gebucht. Heute sind sie arrivierte Stars und durften die große Festbühne – die am Freitag inzwischen traditionell von Ö3 bespielt wird – entern. Dem entsprechend war das Publikum relativ bunt gemischt. Kids in Elternbegleitung waren genauso zu sehen wie ältere Semester oder Teenies, die sich über die coole Hintergrundmusik zum smartphonen freuten.

Sänger Marco Wanda begrüßte die Zehntausenden Zuhörer mit einem „Herzlich Willkommen, Schatzi“ und setzte zum Auftakt ultimativ auf Nummer sicher. Denn wenn es einen Garant gibt, um ein Publikum sofort auf Touren zu bringen, dann wohl den: Man ist die Band Wanda und spielt „Bologna“. Das funktionierte, jedenfalls vorübergehend.

Hits wie „Luzia“, „Auseinandergehn ist schwer“, „Schickt mir die Post“, „Meine beiden Schwestern“ oder das wunderbar lässig dargebotene „Stehengelassene Weinflaschen“ folgten. „Ihr seid unfassbar“, jubelte der Mann am Mikro in die Menge, was aber nicht darüber hinwegtäuschen konnte, dass die Stimmung gelegentlich abkühlte. Das könnte auch an den frischen Temperaturen gelegen haben.

Doch aufgegeben wird bestenfalls ein Brief. Die bestens motivierten Wanda-Gesellen ließen sich von solchen Widrigkeiten keineswegs beeindrucken. Ein inbrünstiges „Lascia mi fare“ sorgte ohnehin rasch für Tauwetter. Die Frage „Habt‘s es schön, Schatzi?“ wurde vielstimmig bejaht. Auch dass Sänger Marco der ersten Reihe einen Besuch abstattete, wurde hörbar gutgeheißen. Ein Fan durfte sich sogar über ein spezielles Geschenk freuen: Er erhielt vom Frontmann eine halbgerauchte Zigarette in die Hand gedrückt. (APA)