Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 06.11.2018


Bezirk Imst

Die Musik kennt keine Grenzen

Der Konzertverein Imst begleitete das Totengedenken und schlug eine musikalische Brücke zwischen Aleviten und Christen.

© HairerErol Yildiz und das Barockensemble „Klingzeug“ schafften den Brückenschlag zwischen alevitischer und klassischer Musik.Foto: Hairer



Imst – Anlässlich der christlichen Gedenktage Allerheiligen und Allerseelen veranstaltete der Imster Konzertverein eine Konzertreihe sowie eine Führung am Friedhof. Das Andenken stand ganz im Zeichen der Kooperation mit der alevitischen Glaubensgemeinde Imst. Ausgangspunkt für dieses besondere Projekt war unter anderem das erste muslimische Begräbnis auf dem Imster Friedhof, welches vor gut einem Jahr mit großer Anteilnahme stattgefunden hatte. „Wir möchten mit diesem Konzert die Parallelen aufzeigen, die es in den verschiedenen Kulturen – der alevitischen und der klassischen Musikkultur – bei diesem Thema gibt“, so Michael Köck, Obmann des Konzertvereins Imst.

Am 2. November traten Erol Yildiz (Gesang und Saz) und das Barockensemble Klingzeug, bestehend aus Claudia Norz und Lukas Praxmarer (Violine), Nadine Henrichs (Viola), Anna Tausch (Violoncello), Renate Plieseis (Theorbe) sowie Albert Knapp (Orgelpositiv), in der NMS Unterstadt auf. Klassische Klagelieder und Kompositionen wurden kombiniert mit traditioneller alevitischer Musik. Die orientalischen Klänge harmonierten wunderbar mit den barocken Tönen. Das Konzert fand großen Anklang beim kulturell bunt gemischten Publikum. Im Anschluss konnte eine Ausstellung besichtigt werden, welche die Schüler des alevitischen Religionsunterrichts unter der Leitung von Funda und Denis Dogan zum Thema Totengedenken in ihrer Kultur zusammengestellt hatten.

In der Imster Pfarrkirche wurde am 3. November Gustav Mahlers sinfonischer Liederzyklus „Das Lied von der Erde“ vom Kammerorchester O! contraire, Tenor Gerhard Siegel und Bariton Alec Avedissian unter Dirigent Michael Köck vorgetragen. Die Atmosphäre und die Akustik in der Pfarrkirche waren perfekt geeignet, um sowohl energischen, schwungvollen als auch imposanten und dramatischen Klängen Ausdruck zu verleihen. Schließlich gipfelte die Darbietung in einer Mischung aus Abschiedstrauer und Ewigkeitsnähe. Wobei der Frühling und das damit verbundene erneute Aufblühen das ewige Leben versinnbildlichten. Am 4. November führte Josef Niederbacher durch den Imster Friedhof und erläuterte Wissenswertes zum Thema Schmiedekunst und Grabkreuze.

Anstehende, vom Konzertverein Imst ausgerichtete Veranstaltungen sind das Konzert in der Passionszeit am 5. April 2019 und die Konzertreihe „Bewegung!“ im November 2019. (liha)




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