Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 28.11.2018


Musik

Tiroler Combo „Hi5“: Maximale Grenzerweiterung

Die Tiroler Combo „Hi5“ hat 2019 einiges vor. Einen Vorgeschmack auf den neuen Sound gibt es bereits am Samstag in Innsbruck zu hören.

null

© Peter Burgar



Von Barbara Unterthurner

Innsbruck – Hi5 hat sich nie in ein Genre gezwängt, sondern sich lieber gleich ein eigenes geschaffen. Mit „Minimal Jazz Chamber Music“ sind die vier Tiroler Jungs nun seit 2011 unterwegs. Hauptsächlich bei den üblichen Verdächtigen, in Deutschland, Österreich, Italien, aber 2018 auch in Polen oder der Ukraine. Und Hi5 ist 2019 bereit für neue Ufer, konkret: Mexiko und China. Kleine Touren sind in beiden Ländern geplant.

Möglich macht dies das Musik-Nachwuchsprogramm des Bundes, in welches das Tiroler Quartett aufgenommen wurd­e. Dank „Nasom“ (The New Austria­n Sound of Music) tourt die Combo heuer und kommendes Jahr durch Kultur­foren, aber auch ausgewählte Clubs im Ausland.

Neben ausgedehntem Unterwegs-Sein haben Chris Norz, Philipp Ossanna, Clemens Rofner und Matthias Legner für kommendes Jahr noch weitere Pläne: Ein Album steht an. Nach „Fünf“ (erschienen 2016) soll 2019 eine neue Platte veröffentlicht werden. Man plant in Richtung Live-Album, ein Mix aus Hi5-Klassikern und einem großen Teil an noch zu schreibenden Nummern. Und es wird rockiger werden, so viel darf schon verraten werden. Auch diese Ausrichtung ist den aktuellen Bedingungen geschuldet: Das Vibraphon (Matthias Legner) wird zunehmend um elektronisch­e Behelfsmittel erweitert, der Sound dementsprechend – und wie auf dem letzten Album angedeutet – nicht mehr ganz analog.

Es gehe auch darum, sich weiterzuentwickeln, meint Rofner. Auch wenn man, ob der starken Grenzerweiterung in andere musikalische Gefild­e, schon mal an eine Streichung des Terminus „Jazz“ im eigenen Genre angedacht hatte, will die Band sich durch den Ausschluss nicht einschränken lassen – und bleibt somit ihrer Linie treu. Die Nummern kommen von den beiden Komponisten Chris Norz und Philipp Ossanna. Geschrieben wird getrennt, ausgefeilt zusammen.

So lief es in den letzten sieben Jahren, die Hi5 musikalisch auf dem Buckel haben. Die Formation arbeitete seit dem Kennenlernen am Konservatoriu­m an Eigenkompositionen. Während die erste Platte noch in Eigen­initiative entstand, ist das Quartett inzwischen längst in Label-Händen bei Christoph „Pepe“ Auer und seiner „Session­work Records“.

Bis das neue Album vorliegt, konzentriert sich Hi5 aber auf die Live-Performances, das Kernstück des Quartetts. Hier gibt es die Freiheit zu überraschen, sich freizuspielen von jeglichen Einschränkungen. Hierzulande, konkret am kommenden Samstag im Innsbrucker Treibhaus, will man nun schon mal die Prob­e aufs Exempel machen und einige neue Nummern dem Publikum präsentieren. Und außerdem das neue Konzept der Show ausprobieren. Für die Lichteffekte habe man sogar bei Pop-Bands abgekupfert, meint Rofner. Hi5 bleibt eben ständig auf der Suche nach neuen Ufern, und das nicht nur im musikalischen Bereich.




Kommentieren


Schlagworte