Letztes Update am Mo, 04.02.2019 07:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Interview

Frei.Wild fühlt sich zu Unrecht kritisiert

Aufregung gibt es um ein Konzert der Südtiroler Deutschrockband Frei.Wild in Telfs. Sänger Philipp Burger wehrt sich gegen seiner Meinung nach ungerechtfertigte Vorwürfe.

Jonas Notdurfter, Jochen Gargitter, Philipp Burger und Christian Fohrer (v. l.) werden in Telfs zu hören sein.

© DählinJonas Notdurfter, Jochen Gargitter, Philipp Burger und Christian Fohrer (v. l.) werden in Telfs zu hören sein.



Was sagst Du zu dem Vorwurf aus dem Telfer Gemeinderat, Frei.Wild würde sich nur halbherzig vom rechten Gedankengut distanzieren?

Philipp Burger: Dazu kann ich nur sagen, dass ich dankbar für einen triftigen Beweis wäre.

Warum haftet dieser Ruf nach wie vor an euch? Und wie fühlt sich das an, wenn man immer wieder damit konfrontiert wird?

Burger: Weil eine Unterstellung, jemand wäre „rechts“ ein nach wie vor super „Sales Catcher“ ist. Ist diese Anschuldigung erst mal gemacht, ist der Beschuldigte gezwungen, das genaue Gegenteil zu beweisen. Wie wir uns dabei fühlen, es nervt und zeigt uns, dass manche Menschen lieber nach dem Bösen suchen als das Gute im Menschen zu sehen.

Was tut ihr dagegen?

Burger: Wir lassen unsere Lieder sprechen, haben klare Botschaften in unseren Liedern, Videos, in Ansagen und Aktionen. Und müssen mit Kopfschütteln akzeptieren, dass es den meisten Menschen nicht um den Inhalt dieser Band, sondern um den Ritt auf dem eh schon beschissenen Ruf unserer Band geht.

Wo steht Frei.Wild politisch betrachtet aus Deiner Sicht?

Burger: In der konservativen Mitte, genau da wo es sich richtig, gut und logisch anfühlt, sicher aber nicht am extremen Rand. Und das sollte nach spätestens 10 Minuten Recherche auch klar sein.

Ob rechts oder nicht: Gewaltverherrlichende Texte haben etliche eurer Lieder. Muss das sein?

Burger: Haben wir ja nicht, wir hatten einen Song namens „Rache muss sein“ auf unserem ersten Album und haben ihn aus genau diesem Grund freiwillig vom Album genommen. Andere derartige Lieder gibt es nicht, solche die vor Gewalt warnen aber sehr wohl.

Warum braucht es offenbar verstärkte Sicherheitsmaßnahmen bei euren Konzerten?

Burger: Das ist eine Falschinformation, wir hatten bis heute kein einziges Konzert, das nicht ausgelassen und friedlich war. Ich glaube jeder Security und vor allem Polizist wird das bezeugen.

Wie wird euer Konzertprogramm aussehen? Werden Lieder aus euren „alten Zeiten“ nicht mehr darin vorkommen?

Burger: Diese Clubtour wird ein Mix aus alten und neuen Gassenhauern, ein musikalischer Spiegel aus 18 Jahren Frei.Wild.

Unter welchem Motto stehen eure Konzerte heute?

Burger: Rivalen und Rebellen, zurück in den Club. Wir gehen dahin zurück wo wir laufen lernten, in kleinen Hallen mit einem großen und mächtigen Händemeer. (ad)