Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 16.03.2019


Musik

„Sasami“ von Sasami Ashworth: Sanftmut in Brüchen

Sasami veröffentlicht nach zehn Jahren ihr erstes Solo-Debüt.

© DominoSasami veröffentlicht nach zehn Jahren ihr erstes Solo-Debüt.



Sasami Ashworth lässt sich Zeit. Die US-amerikanische Songwriterin ist bereits zehn Jahre im Musikbusiness unterwegs, hat aber erst jetzt ihr Solo-Debütalbum veröffentlicht. Vorher war sie mal für den Synthie-Sound der Gruppe Cherry Glazerr verantwortlich. Aber wie für eine Multi-Instrumentalistin passend, hat sie ihre musikalischen Finger gleich in mehreren Projekten.

Für ihre erste Soloplatte, die sie ganz einfach „Sasami" nannte, verpackt die Musikerin Eindrücke aus diesen letzten Jahren. Es sind die Storys aus dem Leben, etwa wenn Sasami in der düsteren Ballade „Callous" Anekdoten auspackt von „Everyone I fucked and who fucked me last year".

So überraschend die Nüchternheit dieses Statements, so überraschend die Klangvielfalt des Albums. Die zehn Songs haben sich dem Indie-Rock verschrieben, der vielfältige Einsatz von Instrumenten erweitert das musikalische Feld allerdings. Etwa bei „Morning Comes": Eine knarzende E-Gitarre steigt hier in den Ring mit einem flirrenden Synthesizer, das Surren der Rückkoppelungseffekte ist Outro und Intro für das darauffolgende „Free" zugleich. Ihre sanfte, mit Hall unterlegte Stimme steht dabei im Gegensatz zu den scharf schneidenden Instrumentalklängen. „Free" ist das zentrale Duo der LP, für das sich Sasami den Exzentriker Devendra Banhart ins Studio holt.

Bei Sasami klingt viel nach Experiment — aber ein wohl inszeniertes. Auch wenn in den Songs kaum zwischen durchlaufender Strophe oder Refrain unterschieden werden kann, Sasami verschwindet nie im Hintergrund. Sasami ist nicht Easy Listening — dafür ist das Debüt viel zu lange geplant. (bunt)

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Indie-Rock Sasami: Sasami. Domino Records.


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