Letztes Update am Fr, 26.07.2019 09:08

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Happy Birthday

Queen-Schlagzeuger Roger Taylor wird 70

Er schrieb einige der größten Queen-Hits und verfolgt seit 40 Jahren zusätzlich eine Solokarriere. Nun wird Roger Taylor 70.

Queen-Drummer Roger Taylor.

© AFPQueen-Drummer Roger Taylor.



London – Vier Jahrzehnte mit der Supergruppe Queen haben ihre Spuren hinterlassen – nicht nur in Form eines Millionenvermögens: „Ich bin jetzt ein bisschen taub“, gestand Schlagzeuger Roger Taylor im „Telegraph“. „Ohne mein Hörgerät entgehen mir viele Nebengeräusche. Ich hatte auch eine Zeit lang Tinnitus.“ Der Weltstar feiert am kommenden Freitag (26. Juli) seinen 70. Geburtstag auf der Queen-Tour durch Nordamerika, zwischen Konzerten in Houston und Detroit.

Geboren wurde er in der mittelalterlichen ehemaligen Hansestadt King’s Lynn in Norfolk. „Ich ging in eine Domschule mit einem Chorstipendium, was bedeutete, dass ich ein bisschen gesungen habe und meine Eltern nicht für meine Ausbildung blechen mussten“, erinnerte er sich in „Reader’s Digest”.

Doch dann entdeckte er den „King of Skiffle“, den britischen Musiker Lonnie Donegan, und entschied, in einer richtigen Band Schlagzeug zu spielen. Mit acht Jahren gründete er seine erste Band - The Bubblingover Boys – und mit 13 die zweite – The Cousin Jacks.

Schließlich studierte er Zahnmedizin in London, weil sein Biologielehrer sagte, das sei gut bezahlt. Und weil er in London eine Band gründen wollte. Dem Telegraph gestand er: „Zahnarzt zu sein, wäre die Hölle gewesen. Das zu tun, was ich getan habe, war ein Privileg.“ Während des Studiums traf er seinen späteren Bandkollegen: „Eines Tages bin ich auf diesen Typen namens Brian May gestoßen, der in Astronomie promovierte“, erinnerte er sich in „Reader’s Digest“ über ihre gemeinsamen Anfänge mit der Band Smile. „Er erzählte mir, dass er Gitarre spielte, also haben wir uns ein paar Mal getroffen und, verdammt, war er gut!“

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„In der Anfangszeit konnten wir nicht einmal Auftritte bekommen“

1969 eröffnete Taylor im Londoner Mode-Treffpunkt Kensington Market zusammen mit seinem WG-Genossen Freddie Mercury (1946-1991) einen Stand für Vintageklamotten. Der Sänger überredete Taylor und May schließlich, eine Band mit ihm zu gründen – Queen. Der Anfang war hart, erinnerte sich der Schlagzeuger mit britischem Understatement: „In der Anfangszeit konnten wir nicht einmal Auftritte bekommen. Aber wir blieben dran, hatten ein paar Hits, ein paar Leute kamen, um uns zu sehen, und 1975 veröffentlichten wir „Bohemian Rhapsody“.“

Der Song wurde einer der erfolgreichsten Hits weltweit, verkaufte sich millionenfach und katapultierte die Band in eine andere Liga: „Wir waren nicht länger nur eine anständige Rockband. Wir waren berühmt.“ Queen wurde ebenso bekannt für ihre Rockhymnen und bombastischen Liveauftritte vor ausverkauften Stadien wie für ihre exzessiven Partys, die Limousinen, Polizeieskorten und ausrastenden Menschenmengen. Roger Taylor wehrt ab: „Ich hatte immer ein eingebautes Überlebensgefühl. Ich erinnere mich, wie ich ab und zu dachte: „Jetzt ist es genug““, sagte er dem Telegraph.

Jedes Queen-Mitglied schrieb Hits und sie zerstritten sich nicht

Die Band schaffte den seltenen Spagat zwischen Teamgeist und Egos: Jedes Bandmitglied schrieb Hits, Taylor steuerte unter anderem „Radio Ga Ga“ und „A Kind Of Magic“ bei. Anders als die Stones und Beatles zerstritten sie sich nicht: „Wir alle fühlten uns als Teil des kreativen Prozesses. Ich weiß, dass Schlagzeuger gemeinhin die Zielscheibe für Tausende von Witzen sind“, sagte Taylor dem „Telegraph“, „aber ich hatte immer das Gefühl, eine wichtige Rolle zu spielen.“

Roger Taylor war das erste Queen-Mitglied, das ein Soloalbum veröffentlichte: „Fun In Space“ von 1981. Seither hat er insgesamt fünf eigene Platten herausgebracht, zuletzt „Fun on Earth“, auf dem sein Sohn Rufus Schlagzeug spielt, eins seiner fünf Kinder aus zwei Beziehungen. „Die meisten Eltern würden sich wahrscheinlich ärgern, wenn ihre Kinder anfangen würden, auf Dinge zu schlagen“, sagte er „Reader‘s Digest“. „Aber ich habe mich riesig gefreut, wenn er die Möbel wie toll prügelte.“

Nach dem Tod von Freddie Mercury 1991 machte Queen weiter – erst mit Sänger Paul Rodgers und seit 2012 mit Adam Lambert. Parallel verfolgte Taylor seine Soloprojekte und musikalischen Kollaborationen.

2019 eröffnete er zusammen mit Brian May und Adam Lambert die Oscar-Feierlichkeiten in Los Angeles. „Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal machen würde“, sagte Taylor am Morgen nachdem der amerikanische Schauspieler Rami Malek einen Oscar für sein Porträt von Freddie Mercury in „Bohemian Rhapsody“ gewann.

Roger Taylor tourt noch mit Queen bis 23. August vor ausverkauften Häusern in Nordamerika und nächstes Jahr in Japan, Korea, Australien und Neuseeland. (dpa)