Letztes Update am Mo, 26.08.2019 06:20

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Festival in Schwaz

Die Leopardin im Pflanzgarten: „Woodlight“ lockte 1500 Besucher an

Das zweitägige „Woodlight“-Festival in Schwaz entpuppte sich als voller Erfolg. Ganz besonders stach der energiegeladene Auftritt von Headlinerin Ankathie Koi hervor.

Ankathie Koi lieferte ein fulminantes Konzert ab – und wurde nach einem Sprung in die Menge vom Publikum auf Händen getragen.

© Anja LarchAnkathie Koi lieferte ein fulminantes Konzert ab – und wurde nach einem Sprung in die Menge vom Publikum auf Händen getragen.



Von Simon Hackspiel

Schwaz – Samstag, 22.20 Uhr beim Woodlight-Festival. Ankathie Koi betritt die Bühne – knappes Leopardenoutfit, blonder Vokuhila. Furios legen sie und ihre Band los, bedingungsloser 80er-Jahre-Disco-Pop hämmert aus den Boxen. Nach dem ersten Song nur zaghafter Applaus – es wirkt, als hätte das staunende Publikum diese Intensität nicht erwartet. Aber Ankathie Koi benötigt nicht lange, um Staunen in Begeisterung zu verwandeln. Mit eindringlicher Powerstimme und extravaganter Tanzperformance – untermauert von peitschenden E-Drums, treibendem Bass und Synths – wirbelt sie den Schwazer Pflanzgarten so richtig auf. Am Ende wird die Leopardin von der Menge auf Händen getragen – nicht nur sprichwörtlich.

Bevor die in Wien lebende und aus Bayern stammende Headlinerin das Publikum derart eindrücklich überraschte, wurde die Hauptbühne an zwei Festivaltagen von sieben weiteren Bands bespielt. Bereits am Freitag traten Spiral Drive, Nino aus Wien und Farewell Dear Ghost auf. Am Samstag sorgte Final Trace für den Auftakt, gefolgt von den Brit-Rockern Shamamas und der Balkan-Band Orges & The Ockus-Rockus. Richtig in Schwung kam der Abend dann, als die Unterländer Rebel Musig Crew mit ihrem Gemisch aus Reggae, Hip-Hop und Ska einheizte. Frontman John Dizzy zeigte einmal mehr, dass ihm in Sachen Hochgeschwindigkeits-Dialekt-Rap keiner so schnell das Wasser reichen kann.

Zwischen den Konzerten wurde die kleinere, aber umso zauberhaftere Waldbühne von der vierköpfigen Improvisationstheatergruppe „Innpro“ in Beschlag genommen. Zwischen den Bäumen wurden Zurufe aus dem Publikum aufgegriffen und sofort schauspielerisch und musikalisch umgesetzt. Das witzig-kreative Gespann hatte die Lacher auf seiner Seite. Spätabends wurde dann die Waldbühne zum DJ-Dancefloor, während Wortakrobat Flowin Immo auf der Hauptbühne für viel gute Laune sorgte.

Veranstalter sehr zufrieden

Sehr zufrieden mit dem „Woodlight“, das nach der Pause im Vorjahr jetzt zum Zwei-Tages-Festival avancierte, zeigten sich die Veranstalter. Etwa 1500 Tickets wurden verkauft, Lob für die Organisation kam auch von der Stadt Schwaz. Im nächsten Jahr wolle man die Qualität beim Line-up halten, aber das Festival nicht noch größer machen, erklärte Mitorganisator Philipp Wastian der TT. „Es soll kein kommerzielles Festival werden, sondern einfach eine coole Veranstaltung für die Stadt sein.“