Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 31.10.2019


Musik

Herbert Pixner: Vom Heustadl in den vollen Konzertsaal

Herbert Pixner holt sich für seine aktuelle Tournee umfassende Verstärkung auf die Bühne: die Berliner Symphoniker. Zu erleben am 3. und 4. November in Innsbruck.

Herbert Pixner, Jahrgang 1975, stammt aus Südtirol und wohnt in Innsbruck, wenn er nicht, wie sehr oft, gerade auf Tournee ist.

© Foto TT / Rudy De MoorHerbert Pixner, Jahrgang 1975, stammt aus Südtirol und wohnt in Innsbruck, wenn er nicht, wie sehr oft, gerade auf Tournee ist.



Von Markus Schramek

Innsbruck – Auftritte in rustikalen Mini-Locations à la Heustadl hat er hinter sich gelassen. Herbert Pixner hat, wie man so sagt, einen Lauf. Der Südtiroler Multiinstrumentalist (u. a. Harmonika, Klarinette, Trompete) füllt mit seiner Stamm-Formation, dem Herbert Pixner Projekt, große Konzertsäle. Dieser Tage und Wochen konzertieren Pixner und Co. mit einem Großaufgebot von weiteren Musikern im Rücken, 40 an der Zahl. Das Herbert Pixner Projekt tingelt mit den Berliner Symphonikern auf der „Symphonic Alps Tour“ durch den deutschsprachigen Raum: 23 Konzerte in einem Monat, von Hamburg über Wien bis nach Zürich.

Am 3. und 4. November macht der musikalische Großtross im Innsbrucker Congress Station. Quasi ein Heimspiel. Denn der Südtiroler Pixner, der aus dem Passeiertal stammt, hat in Innsbruck familiär Wurzeln geschlagen. Das erste Heimkonzert war binnen einer Woche ausverkauft. Für den Gig am 4. November gibt es noch Karten (an den Vorverkaufsstellen wie oeticket.com).

Zu hören gibt es durchwegs „eigene Stückln“, wie Pixner der TT erzählt. Über etliche Monate musste der Bandleader mit Unterstützung zweier Arrangeure dafür eine Unmenge an Noten schreiben: Die Musik des vierköpfigen Pixner Projekts wurde für eine große Besetzung aufbereitet.

Das Ergebnis dieses Bemühens versetzt Pixner, nach den ersten Auftritten mit den Berliner Symphonikern, in Entzücken: „Es darf ruhig bombastisch daherkommen, das ist ja der Sinn der Übung.“ Raum für freies Spiel und Soli, für ihn selbst und für Manuel Randi, Pixners kongenialen Partner an der Gitarre, gebe es genug – mit einer Einschränkung: „Mit einem Orchester auf der Bühne braucht es halt mehr als nur ein Kopfnicken, um zu zeigen, dass ich noch eine Runde weiterspiele.“

Im Vorjahr betrat Pixner mit der CD „Lost Elysion“ neue musikalische Gefilde: rockig, mit viel E-Gitarre und verzerrtem Harmonika-Sound. Von der Volkmusik blieb nur noch manches Instrument.

Die Zuhörerschaft war offenbar bereit für ein neues Klangbild. Die CD verkauft sich gut und steht knapp vor Gold. Pixner: „Einige Traditionalisten haben gemeint, der Pixner klinge nicht mehr wie früher, unplugged im kleinen Rahmen. Dafür haben wir neue Hörer gewonnen.“

Er selbst siedelt sein musikalisches Spektrum augenzwinkernd zwischen „Glam-Folk“ und „Happy Metal“ an. Denn: „Wir können ordentlich Gas geben, da muss sich manche Punk-Band anstrengen, um mitzuhalten.“

Pixner wirkt umtriebig wie stets, was er anfasst, scheint zu glücken. Er kann sich vor Anfragen kaum erwehren und sucht selbst aus, wann und wo er auftreten möchte. Dass er abzuheben beginnt, diese Gefahr sieht der Musiker nicht. „Ich bin keiner, der in der Limousine beim Konzert aufkreuzt und die Arbeit anderen überlässt. Ich kenne alle Seiten des Musikgeschäfts.“ Am liebsten hält er selbst das Heft in der Hand, organisiert die Konzerte und behält die Finanzen im Auge.

Und so sind auch die Planungen für nächstes Jahr weit gediehen. Da wird das Herbert Pixner Projekt 15 Jahre alt. Eine neue CD ist Pflicht. Und die laufende Tournee mit Orchester wird ebenfalls für die Nachwelt konserviert: in Form einer Live-CD mit den Berliner Symphonikern.

Das Erfolgsrezept? „Wir wollen Spaß an der Musik haben, dieser überträgt sich dann auf das Publikum.“ Wenn es so einfach wäre.




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