Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 09.07.2015


Außerfern

Heiterwang rüstet sich für das Bundesmusikfest

Vorbereitungen für das größte Musikfest Tirols mit 1700 Musikanten biegen in die Zielgerade. Mitzuarbeiten ist Ehrensache im Dorf.

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© Fröhlich Rudolf



Von Helmut Mittermayr

Heiterwang – Am Wochenende vom 17. bis 19. Juli explodiert die Einwohnerzahl Heiterwangs. In der 492-Einwohner-Gemeinde werden allein 1700 aktive Musikanten erwartet. Mit den Zuschauern, die dem Außerferner Bundesmusikfest zuströmen, werden sich fünfmal so viele Menschen wie gewöhnlich im Ort aufhalten.

Bei der Vergabe des Bundesmusikfestes vor über einem Jahr gab es kein „G’riss“ im Bezirk. Der Außerferner Musikbund hielt schon Krisensitzungen ab, als der Heiterwanger Obmann der Musikkapelle, Simon Weirather, spontan zusagte. Bei einer Musikprobe und kurzen Nachfrage bei den anderen Vereinen im Dorf hatte er das „Go“ erhalten und das Fest für Heiterwang übernommen. Seit 14 Monaten kennt der sofort gegründete Festausschuss eigentlich nur noch eines: Arbeit. Da er sich aber der Mithilfe des ganzen Ortes sicher ist, wird dem Termin beruhigt entgegengesehen. „Ich schätze die Zahl der aktiv Beteiligten in Heiterwang auf 350. Vom Schüler bis zum Rentner gehen alle in Einsatz“, sagt Schriftführerin Angelika Weirather. Was sie freut: Neuzugezogene im Ort haben sich von sich aus gemeldet, dass sie mithelfen und bei der Zuteilung der Arbeit ja nicht übersehen werden wollen. Andere Heiterwanger wiederum wollten sogar Geld spenden, weil sie an besagtem Wochenende leider nicht anwesend sein und daher nicht mitarbeiten könnten.

Vom Sicherheitskonzept über Zeltaufstellung bei der Feuerwehr bis zur Stromversorgung, Menüwahl oder Marschformation – alles will bedacht sein. Auch ein kleiner Rummelplatz für die Kleinsten wird errichtet. „Mit einem Autodrom, also Puff-Autos“, lacht Obmann Weirather.

Die Einnahmen einer Veranstaltung dieses Ausmaßes sind für die Kapelle enorm wichtig und sichern notwendige Anschaffungen auf Jahre hinaus. Das letzte Bundesmusikfest der Heiterwanger war im Jahr 2001. In der Vereinskasse ist immer noch ein bisschen Geld davon übrig. Neben den Einnahmen aus der Verpflegung der Tausenden Besucher kommen gerade auch von Sponsoren aus der Region Zuschüsse.

Die Organisation des größten Musikfestes von Tirol hält die Heiterwanger Kapelle aber keineswegs davon ab, unter dem Stab von Kapellmeisterin Melanie Berktold selbst auf Punktejagd zu gehen. Die Proben der in den letzten Jahren Erfolgsverwöhnten leiden heuer allerdings unter „höhergestellten“ Aufgaben.