Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 11.12.2015


Tourentipp

Umbrüggler Alm: Im Norden viel Neues

Ein traumhafter Platz samt neuer Einkehr und ein lauschiger Weg namens Bergbrüder- bzw. Madlsteig: Die neue Umbrüggler Alm über Innsbruck war Bestandteil einer schönen Rundwanderung auf der Nordkette.

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© privat



Von Irene Rapp

Innsbruck – Am 8. Dezember steht traditionell die erste Skitour auf dem Programm. Am 8. Dezember 2015 allerdings waren lediglich die Gipfel der Nordkette angezuckert, darunter fühlte man sich in den Spätherbst versetzt. Die Wanderung zur neuen Umbrüggler Alm – dort, wo sich das Kasermandl herumtreiben soll – und weiter zur Arzler Alm war dennoch ein wahres Vergnügen. Ein Grund: Seit Kurzem hat die neu errichtete Umbrüggler Alm ihre Pforten geöffnet. „Der Arbeitsplatz ist ein Hammer“ schwärmt Pächterin Sonja Schütz von dem traumhaften Platz des architektonisch interessanten Gebäudes. Wer sich eine urige Almhütte erwartet hat, der wird nämlich Augen machen: Vielmehr ist im Inneren alles hell und offen samt tollen Ausblicken auf Landeshauptstadt und weit darüber hinaus.

So kommt man hin: Gestartet wird die Wanderung beim Parkplatz der Nordkettenbahn. Nach Norden marschieren, eine kleine Asphaltstraße queren und dann zeigen schon die ersten Wegweiser, wohin es geht. Allerdings ist hier noch die Umbrüggler Alm als „Umbrückler Alm“ angeführt, weil die Stadt Innsbruck die Namensschreibung kurzfristig änderte. Kein Problem, der Weg bleibt derselbe. Links halten und nun immer auf der „3-er“ bergauf. Man bleibt immer auf diesem breiten Weg, der einige Male recht steil werden kann. Nach rund 45 Minuten öffnet sich dann der Wald und man steht vor der neuen Umbrüggler Alm.

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- privat

Nach der Einkehr geht es weiter zur ostwärts gelegenen Arzler Alm. Dazu wieder ein Stück auf dem Aufstiegsweg zurück, dann zweigt linkerhand ein kleiner Pfad in den Wald ab (Wegweiser „Arzler Alm“). Dabei handelt es sich laut Andreas Wildauer, Chef des Forstamtes Innsbruck, um den so genannten Bergbrüdersteig, der weiter östlich in den Madlsteig fließt.

Der kleine Weg – „er wurde kürzlich reaktiviert“, so Wildauer – führt durch einen bezaubernden Mischwald auf gleichbleibender Höhe immer gemütlich dahin und gewährt zuweilen schöne Ausblicke auf das Inntal. Immer auf diesem Pfad bleiben und den Beschilderungen „Arzler Alm“ bzw. der Laufstrecke „Wolfele-Wilde-Weg“ folgen.

Nach weiteren 45 Minuten kommt man dann bei der Arzler Alm heraus (derzeit geschlossen), die der Wendepunkt der Rundwanderung ist. Der Beschilderung „Hungerburg“ folgen und westwärts haltend wieder in den Mischwald eintauchen. Bei einer Abzweigung rechts in den „Wolfele-Wilde-Weg“ hinein – dabei soll es sich übrigens um einen Innsbrucker handeln, der vor vielen Jahren als Einsiedler auf der Nordkette lebte – und dann gemütlich zurück und an einem Spielplatz vorbei wieder zum Ausgangspunkt. Verirren kann man sich trotz der zahlreichen Wege in diesem Bereich auf der Nordkette übrigens nicht: Denn irgendwann einmal führen alle wieder zum Ausgangspunkt Nordkettenbahn zurück. Fazit: eine Rundwanderung mit vielen Überraschungsmomenten und einer neuen Alm, die man gesehen haben muss.

Ausgangspunkt: Direkt auf der Hungerburg – parken kann man u. a. am Parkplatz der Nordkettenbahn (Tagesticket: 6 Euro) sowie am Parkplatz beim Spar (kostenfrei). Vom Spar-Parkplatz führt ein weiterer Weg hinauf zur Umbrüggler Alm – und zwar der alte Umbrüggler-Alm-Weg, der dann ein Thema ist, wenn im Winter auf der Dreier Skifahrer ins Tal unterwegs sind. Im Bereich des alten Almweges wird derzeit zudem ein neuer Forstweg hinauf zur Umbrüggler Alm errichtet. Zur Wanderung auf die Umbrüggler Alm kann man auch von Innsbruck aus starten. Östlich vom Alpenzoo wurde laut Andreas Wildauer vom Forstamt Innsbruck vom Schillerweg ausgehend ein neuer Weg hinauf auf die Hungerburg errichtet. Und nicht zuletzt bieten sich auch öffentliche Verkehrsmittel sowie Hungerburgbahn an.

Almen: Die Umbrüggler Alm liegt auf einer Höhe von 1123 Metern. Die Einkehr ist durchgehend geöffnet, ab 8.30 Uhr, nach hinten offen (größere Gruppen bitte anmelden). Die Arzler Alm (1067 m) ist ab 30. Dezember wieder geöffnet. Beides sind städtische Almen.

Daten zur Rundwanderung: zu bewältigende Entfernungskilometer ca. 5,7, zu bewältigende Höhenmeter ca. 320. Gehzeit: ab 2 Stunden. Gutes Schuhwerk empfehlenswert!


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