Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 26.06.2016


Mopedmarathon

1111 Mopeds und ein Radprofi im Rausch des Zweirades

Zu einem richtigen Großevent entwickelte sich der Ötztaler Mopedmarathon, der am Samstag mit viel Freude Hunderte anzog.

Ausdauer verlangte das Event auch von den Offiziellen im Ziel, die mehr als acht Stunden lang jeden Teilnehmer dort persönlich in Empfang nahmen.

© ploderAusdauer verlangte das Event auch von den Offiziellen im Ziel, die mehr als acht Stunden lang jeden Teilnehmer dort persönlich in Empfang nahmen.



Von Thomas Ploder

Sölden – Als Folge einer Wette am Rand des Ötztaler Radmarathons starteten Manuel Ribis, Jakob Gamper, Mario Karlinger, Philipp Ribis und Urban Santer 2013 erstmals mit ihren Mopeds auf die 238 km lange Strecke über 5500 Höhenmeter.

Mit Kühtai, Brenner, Jauffen und Timmelsjoch waren vier Pässe zu bewältigen, um zu beweisen, dass man mit einem zum Verkehr zugelassenen Moped, ohne technische Verbesserungen, mit den Radrennfahrern mithalten kann. Bei einer Neuauflage 2014 starteten bereits 111, 2015 bereits beachtliche 555 Fahrer. Spätestens in diesem Jahr, in dem sich mehr als 4000 Bewerber aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit ihren 50-ccm-Zweirädern um die 1111 Startplätze bemühten, erreichte der Ötztaler Mopedmarathon den Status eines Großevents. „Der Sinn hinter dem Event ist eine gemeinsame Ausfahrt, nicht das oft vermutete Rennen“, betont „Erfinder“ Manuel Ribis lächelnd, „die Challange ist im Grunde genommen das pure Überleben.“

Um dennoch einen Sieger zu küren, ging Patric Grüner, Radprofi und Ultra-Cycle-Weltmeister, um sechs Uhr Früh auf die Strecke. Nach sieben Stunden und zwanzig Minuten empfing man ihn in Sölden zurück, damit unterbot er seine Zeit aus dem Vorjahr nochmals um mehr als zehn Minuten.

„Weil es einfach mehr Spaß macht“, wie Urban Santeler ergänzte, „definierte man einen interessanten Modus, dennoch einen Sieger zu küren.“ Die Zeit des Radlers gilt als Mindestzeit, die nicht unterschritten werden darf. Zum Sieger wird am Ende gekürt, wer im Ziel genau die mittlere Zeit zwischen jener Grüners und der des Teilnehmers, der möglichst exakt um 18 Uhr das Timmelsjoch passiert, trifft. Diese „sportliche Leistung“ wird mit wertvollen Sachpreisen belohnt.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Im Sinn der Veranstalter zählten aber all jene zu den Siegern, die unter den 1017 tatsächlich gestarteten Mopeds, etliche Stunden und einige heftigst strapazierte Zündkerzen später, Sölden auch tatsächlich erreichten. Sie ziert ab nun Medaille und Armbinder der Finisher, unter Moped­enthusiasten ein begehrtes Prädikat. „Eine Steigerung der Teilnehmerzahl wird zwar kaum mehr möglich sein“, so Manuel Ribis, „aber wir werden uns sicher etwas einfallen lassen. Entsprechende Informationen zum Event 2017 veröffentlichen wir auf www.mopedmarathon.at im Internet, wo auch die Möglichkeit zur Anmeldung gegeben sein wird.“

Nach einem stundenlangen einsamen Kampf auf dem Moped erwartete die Teilnehmer dann ein großes Feiern im Ziel.
Nach einem stundenlangen einsamen Kampf auf dem Moped erwartete die Teilnehmer dann ein großes Feiern im Ziel.
- zeitungsfoto.at
Nach sieben Stunden und zwanzig Minuten erreicht „Vergleichs­radler“ Patric Grüner mit dem Rennrad das Ziel in Sölden.
Nach sieben Stunden und zwanzig Minuten erreicht „Vergleichs­radler“ Patric Grüner mit dem Rennrad das Ziel in Sölden.
- ploder



Kommentieren


Schlagworte