Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 03.07.2017


Bezirk Landeck

Kraft tanken am neuen Gletscherlehrpfad

Das Kauertal feierte mit LHStv. Ingrid Felipe am Wochenende die Eröffnung eines kompakten Wissensspeichers in freier Natur.

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© Wenzel



Von Helmut Wenzel

Kaunertal – „Tut mir leid, das Navi hat mich angeschwindelt“, bemerkte LHStv. Ingrid Felipe mit charmantem Lächeln, als sie am Samstag mit etwas Verspätung beim Gepatschhaus im Kaunertal eintraf. „Willkommen im schönsten Tal Tirols“, sagte Bürgermeister Pepi Raich den zahlreichen Gästen, die zur Eröffnungsfeier des neu gestalteten Gletscherlehrpfades gekommen waren. Auch die Initiative „Lebenswertes Kaunertal“ war mit dabei.

Geschäftsführer Ernst Partl und sein Team vom Verein Naturpark Kaunergrat haben den vor 20 Jahren angelegten Lehrpfad im Rahmen eines Förderprojekts (LE-Programm 2014–2020 des Lebensministeriums) neu gestaltet und ausgebaut. „Man sollte sich zwei bis drei Stunden Zeit nehmen und gute Schuhe anziehen“, empfiehlt Projekt-Koordinatorin Lisi Falkeis. Sie hat die Vielfalt der Themen auf Infotafeln aufbereitet, etwa die Almwirtschaft oder den Gletscherschliff und den Zirbenwald.

Beim Einstieg umweit des Gepatschhauses winkt ein kleiner aus Steinen gebauter Turm mit ersten Informationen zum Lebensraum rund um den Gepatschferner.

Dieser ist trotz des Klimawandels mit 21 Quadratkilometern noch immer der größte zusammenhängende Gletscher in den Ostalpen. „Um 1850 hat der Gepatschferner seinen Höchststand erreicht, seither hat er 36 Prozent Volumen und zwei Kilometer Länge verloren“, schildert Falkeis die Entwicklung.

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Den Projekt-Initiatoren und den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern könne sie nur danken, hob Felipe hervor. „Es freut mich, dass alle den Mehrwert sehen, der im Gletscherlehrpfad steckt. Auch für den Tourismus ist dieser Pfad attraktiv.“ Der Wissensspeicher in freier Natur sei für viele Gäste auch ein Kraftweg, stellt TVB-Geschäftsführerin Michaela Gasser fest. Und: „Der Gast will hinauf bis zum Eis, er will es berühren.“ Der Tourismusverband bietet auch „Nature-Watch-Führungen“ durch den Lehrpfad an. Nachhaltiger Tourismus und Naturschutz in dem als Natura-2000-Gebiet ausgewiesenen Teil der Ötztaler Alpen seien kein Widerspruch – im Gegenteil –, ist Michaela Gasser überzeugt.