Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 15.12.2017


Tourentipp

Bärentalköpfl in der Kelchsau: Kurze Tour im langen Grund

Das 2186 Meter hohe Bärentalköpfl in der Kelchsau mag zwar eine unscheinbare Erhebung sein. Dafür können hier Wintersportler tolle Abfahrtsmöglichkeiten finden – und mit Pulver wird’s noch einmal bäriger.

© privat



Von Peter Spadinger

Hopfgarten im Brixental – Es gibt viele schöne Skitouren, die den einen oder anderen kleinen Schönheitsfehler aufweisen. Ein langer Talhatscher, häufige Lawinengefährdung, ein steiler dichter Waldgürtel oder massenhafter Andrang von Tourengehern.

Wir stellen heute eine Tour vor, die mehr oder weniger keinen dieser Nachteile aufweist. Ein wirklicher Geheimtipp ist sie zwar auch keiner, aber es gehen selten „Karawanen“ aufs Bärentalköpfl in den Kitzbüheler Alpen. Wir haben die Tour letzten Freitag unternommen, wo beste, und vor allem recht sichere Verhältnisse geherrscht hatten.

In der Zwischenzeit hat sich die Lage durch Niederschläge und vor allem starke Windverfrachtungen wesentlich verschlechtert. Bitte vor Antritt der Tour daher unbedingt über die aktuelle Lawinensituation informieren und das Tourenziel darauf abstimmen!

So kommt man hin: Über die Inntalautobahn bis Wörgl und dann weiter ins Brixental. In Hopfgarten zweigt gleich nach der Eisenbahnunterführung die Straße in die Kelchsau ab. Am Ende der Ortschaft befindet sich ein großer Parkplatz, wo die gebührenpflichtige Mautstraße in den Langen und den Kurzen Grund beginnt. Die Gebühr von 4 Euro bezahlt man am Automaten, man bekommt ein Kärtchen, welches den danebenliegenden Schranken öffnet. Von hier sind es noch 7,5 km in den Langen Grund, bis wir die Parkplätze bei der Erla Brennhütte erreichen.

Bei winterlichen Verhältnissen sind Schneeketten von Vorteil, obwohl die Straße niemals besonders steil ist. Verwendet man verschiedene Karten, fällt einem ins Auge, dass sowohl die Hütte am Startpunkt als auch unser Tourenziel unter verschiedenen Namen zu finden sind. „Offiziell heißt es Erla Brennhütte. Und hier im Unterland geht jeder aufs Bärentalköpfl, nicht auf den Bärentalkopf“, klärt Peter Wechselberger, Wirt der Hütte, auf.

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Den Track für die Tour finden Sie unter www.tt.com/lebensart oder direkt unter http://bit.ly/2Ci3QNe

Am Ausgangspunkt der Tour befindet sich neben einer großen Wander-Übersichtstafel auch ein LVS-Check-Gerät, das die Funktionstauglichkeit der LVS-Geräte mit grünem Blinken und akustischem Signal bestätigt.

Wir starten taleinwärts entlang der Forststraße, zweigen aber bereits nach ein paar Minuten links ab und steigen nun im Wald durch mittelsteiles Gelände Richtung Norden auf. Je weiter wir nach oben kommen, umso lichter wird der Wald und wir gelangen schließlich über freie Flächen mit einzelnen Zirben Richtung Gipfel.

In einer Seehöhe von ca. 1920 m führt die Aufstiegsspur nach links hinaus, man erreicht den Rücken, der vom Bärentalköpfl herunterzieht. Entlang dieses Rückens überwindet man nun recht aussichtsreich die letzten 200 Höhenmeter. Der Gipfel selbst ist etwas unscheinbar, auch weil kein Kreuz den höchsten Punkt markiert.

Zur Abfahrt hat man nun zwei Möglichkeiten. Die einfachere Variante führt Richtung Norden über die freien Hänge und weiter entlang der Aufstiegsspur hinunter Richtung Langer Grund. Bei sicheren Verhältnissen kann man auch Richtung Osten in den Frommgrund abfahren. Hier eröffnen sich perfekte, zum Teil recht steile, hindernisfreie Skihänge, die bei guten Verhältnissen ein absoluter Genuss sind.

Kurz bevor man den Talboden erreicht, sollte man Ausschau nach der Brücke halten, die einen über den Frommbach bringt. Auf der gegenüberliegenden Talseite verläuft ein Forstweg entlang des Baches, der zurück zum Ausgangspunkt führt.

Einige Male quert man dabei kleine Bäche, die normalerweise zur Skitourenzeit eingefroren bzw. tief eingeschneit sind. Derzeit ist dies noch nicht der Fall, und so muss man ab und zu aufpassen, nicht plötzlich unerwartet durchs Wasser zu fahren.

Ein paarmal muss man durchs Tal kurz anschieben, ansonsten geht’s recht gemütlich hinaus zur Erla Brennhütte. Diese hat übrigens momentan leider noch geschlossen, erst ab 26. Dezember ist Peter Wechselberger täglich bis 6. Jänner 2018 für seine Gäste da, danach hat die Hütte lediglich an den Wochenenden von Freitag bis Sonntag geöffnet.

Fazit: Bei guten Verhältnissen sind die knapp 1000 Höhenmeter ein absoluter Skigenuss!

Die pulvrige Abfahrt hinab in den Frommgrund war am vergangenen Freitag ein Traum.Foto: Spadinger
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