Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 11.06.2018


Bezirk Schwaz

Mit 80 km/h über den Stausee fliegen

© David KeuschDer „Flug“ am Seil beginnt oberhalb der Schlegeis-Staumauer und endet nach rund 600 Metern ein Stück darunter.Foto: David Keusch



Von Angela Dähling

Ginzling – Neues Futter wird actionhungrigen Adrena­linjunkies ab kommendem Samstag am Schlegeis-Stausee serviert. Am Seil hängend kann man mit einem Tempo von 80 km/h entlang der Staumauer über das Schlegeis-Tal und seinen Speichersee rauschen. 600 Meter lang ist die neue Flying-Fox-Strecke.

Anlässlich der Inbetriebnahme ist die Auffahrt zum Schlegeis-Stausee am 16. Juni mautfrei. Mit Musik, Live-Moderation, Gewinnspielen und Spielstationen sorgt Life Radio im Rahmen seiner Tirol-Sommertour zudem für ein buntes Unterhaltungsprogramm.

Die neue Attraktion am Speichersee haben der Verbund-Konzern, der Tourismusverband Mayrhofen und die Betreibergesellschaft mit Geschäftsführer Alfons Hörhager gemeinsam finanziert. „Wir stellen den Grund und Boden zur Verfügung und freuen uns über touristische Bereicherungen wie diese, sofern unser Betrieb nicht gestört wird“, sagt Raimund Tinkler vom Verbund-Konzern. Betreiber Alfons Hörhager hat in den letzten Jahren einiges am Schlegeis auf die Beine gestellt: Ein kleines Café wurde errichtet, diverse Klettersteige für Erwachsene und Kinder an der Staumauer verwirklicht und ein E-Bike-Verleih eröffnet. Hörhager, bekannt aus der Kletter- und Paragleiterszene, und sein Team sorgten zudem mit der Sportkletterroute „The Wall“ (Schwierigkeitsgrad 7+) bei Sportkletterern für eine neue Herausforderung und für Action mittels einer Abseilstation an der 131 Meter hohen Mauer.

„Die Idee des Flying Fox am Schlegeis haben wir vor drei Jahren gehabt“, sagt Hörhager. Sein Sohn Patrick ergänzt, die Umsetzung habe aufgrund diverser Genehmigungen länger gedauert als gedacht. „Die Sicherheit ist wichtig, mit dem Seil-Spannen ist es nicht getan. Es geht auch um Statik und Geschwindigkeitsberechnungen“, erklärt Alfons Hörhager den von Fachleuten begleiteten Weg bis zur Betriebsbewilligung.

Weil das Gebiet am Pfitscherjoch eine besonders stark frequentierte Route von Zugvögeln ist, stand die Projektverwirklichung auf der Kippe. „Für die Vögel gibt es jetzt unter anderem ein akustisches Warnsystem, das für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbar ist“, erklärt Hörhager. Auch die Spannhöhe des Seils spielt beim Vogelschutz eine Rolle: „Wir starten rund 20 Meter über der Staumauer. Das Ziel liegt 15 Meter unter der Dammkrone“, sagt Hörhager, der bereits Pläne für weitere Attraktionen am Schlegeis schmiedet.