Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.06.2018


Bezirk Reutte

Schrägaufzug zur Highline 179 bis Frühjahr 2019 fertig

Am 1. August starten die Bauarbeiten auf Ehrenberg. Die Highline 179 wird künftig barrierefrei erreichbar.

© MittermayrHimmelsgehänge: Die Highline 179 ist der Publikumsmagnet in der Marktgemeinde Reutte.



Von Helmut Mittermayr

Reutte – Die Busreiseveranstalter können für 2019 bereits umplanen. Am Katzenberg werden ihre Fahrer, wo sie bisher vorbeifahren mussten, künftig den Blinker setzen und ins Ehrenberg-Ensemble hinunterfahren. Bisher blieb Menschen mit eingeschränkter Mobilität die Highline 179 verwehrt, muss doch ein steiler zehnminütiger Aufstieg absolviert werden, um das Gate des Stahlgehänges zu erreichen. Und Reiseveranstalter haben eine klare Vorgabe: Wenn nur einer im Bus an einer Attraktion nicht teilnehmen kann, fällt das Reiseziel komplett aus. Denn im Bus zurückgelassen wird niemand. Der Ärger wäre zu groß. Mit dem Bau des Schräg­aufzuges auf Ehrenberg eröffnet sich gerade in Sachen älteren Publikums nun ein komplett neuer Markt. Schon bisher wurde die Jahresbesuchermarke von 350.000 im Ensemble erreicht, über 200.000 kletterten hinauf zur Highline. Zusätzlicher Massenzulauf scheint nun gesichert.

Am Freitag übergab Reuttes Bürgermeister Alois Oberer dem Lermooser Investor und Betreiber des Schrägaufzugs, Franz Dengg, den Genehmigungsbescheid – damit sind die Behördenverfahren abgewickelt, die Baufirmen werden am 1. August nach Beendigung der Ritterspiele loslegen. Dengg rechnet im TT-Gespräch mit einer Eröffnung des Aufzuges im Frühjahr 2019. Für ihn stellt die Investition eine Abrundung der ganzen Burgenwelt „hier heraußen“ dar, was wohl seinem Blick aus dem Zwischentoren geschuldet ist. Highline-Geschäftsführer Stefan Lochbihler, Burgengeschäftsführer Armin Walch, die beiden Reuttener Vizebürgermeister Michael Steskal und Klaus Schimana sowie Franz Dengg junior waren ebenfalls in den Salzstadel gekommen, um der Genehmigung eine gewisse Aufladung zu verleihen.

Der Schrägaufzug verbindet die Haltestelle Besucherzentrum Klause auf 954 Meter mit dem Hornwerk auf 1055 Meter und hat eine Gesamtlänge von 267 Metern. Eine Weiterführung auf den Schlosskopf wurde zumindest früher einmal angedacht. Die Fahrzeit des Selbstfahrers vom Tal zum Ausstieg Hornwerk wird drei Minuten betragen. Von dort soll ein weit ausladender Weg dem letzten Anstieg zum Highlineportal das Gefälle nehmen. Damit kann die Hängebrücke spätestens ab dem Frühjahr barrierefrei erreicht werden, Optimisten hoffen sogar noch heuer zu Weihnachten.

Im Gebäude der Berghaltestelle werden genauso neue WC-Anlagen errichtet wie auch in der Haltestelle im Tal, wo zudem eine Indoorkasse entsteht.

Im Gebäude am Hornwerk wird die Ausstellung „Wehrtechnik des Festungsensembles Ehrenberg“ eingerichtet. Allein die Sanierung des Hornwerks schlug mit 720.000 Euro zu Buche, davon waren zwei Drittel über Land und EU finanziert, auch Eigenmittel des Vereins Burgenwelt kamen auf Grund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung zum Einsatz. Die Ausgaben für die privat getätigte Investition des Schrägaufzugs werden nicht publiziert.