Letztes Update am Do, 21.06.2018 20:32

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Insektenstiche

Stiche, die Sommer bedeuten: Tipps zur Abwehr und Linderung

Viele Insekten machen in der warmen Jahreszeit gar zu aufdringlich auf sich aufmerksam. Tiroler Mediziner erklären, wie man sich vor Stichen schützt und was Linderung verschafft.

© Getty Images(Symbolfoto)



Von Theresa Mair

Stich-Abwehr

Keine Frage, Insekten sind wahnsinnig wichtig – ohne sie kippt das Ökosystem. Ohne Biene, kein Mensch, heißt es. Und ihr Verschwinden bereitet große Sorge. Trotzdem gibt es stichhaltige Gründe, warum man die Quälgeister manchmal gern in die Wüste schicken würde.

Gut jedenfalls, dass es Insektensprays gibt, die uns die Viecher dann halbwegs vom Leib halten. Die Innsbrucker Internistin und Tropenmedizinerin Maria Laimer rät dabei, auf Mittel zu setzen, die entweder auf dem Wirkstoff DEET oder Picaridin basieren. „Das sind Abwehrsprays mit nachgewiesener Wirksamkeit“, sagt sie. Da­rüber hinaus würden DEET-Sprays auch Zecken einigermaßen abschrecken. Der allerbeste Schutz vor Insekten, zugegebenermaßen in der Sommerhitze wenig praktikabel, ist lange Kleidung. Die Empfehlung für den Wald lautet: „Lange Ärmel, lange Hose und den Bund in die Socken stecken.“

Ätherische Öle wie Teebaumöl und Citronella sind laut Laimer als Insektenschreck nicht geeignet. „Es gibt keine Studien, welche die Wirksamkeit nachweisen. Bei manchen Menschen können ätherische Öle Allergien auslösen.“

Armbänder, elektronische Mückenabwehrsysteme und Vitamintabletten brächten ebenso wenig. Und Empfehlungen wie Knoblauch oder Zwiebel zu kauen führen eher dazu, dass Artgenossen auf Abstand gehen, Mücke und Co. hält diese Maßnahme aber nicht fern.

Da hilft nur, Ruhe zu bewahren. Biene und Wespe stechen ohnehin nur, wenn sie sich – z. B. durch wildes Fuchteln – bedroht fühlen. „Heimische Mücken sind lästig, aber meistens harmlos. Für Reisen in tropische und subtropische Länder muss man aber besondere Schutzmaßnahmen treffen“, sagt Laimer. Infos, etwa zu Impfungen, erhält man vom Reisemediziner.

Nach dem Stich

Es ist geschehen, unbemerkt hat ein Blutsauger zugestochen. Die Folgen merkt man umso mehr: Die Einstichstelle rötet sich, schwillt an und juckt. Das Einzige, was nützt: hochlagern und kühlen, kühlen, kühlen.

Wer es einfach mag, legt ein Coolbag auf. Auch Topfen oder feuchte Umschläge wirken kühlend, wie Tropenmedizinerin Maria Laimer weiß: „Manchmal werden Hausmittel als lindernd empfunden, für die Wirksamkeit wurde aber noch kein Nachweis erbracht“, sagt sie. Der Außervillgrater Hygienemediziner Gernot Walder hat allerdings einen Natur-Tipp, den man ausprobieren könnte: „Wenn man gestochen wird, kann man Spitzwegerich etwas zerdrücken oder kauen und auflegen. Er bindet die Proteine des Gifts.“

Sollte das nicht helfen oder es sogar zu einer großen Schwellung oder Rötung kommen, geht man am besten zu einem Arzt. „Ein kleiner Teil von Menschen neigt bei Insektenstichen zu einer lokalen Überreaktion, die aber nichts mit einer Allergie zu tun hat. Dann kann man sich Antihistaminika und eine Cortisonsalbe verschreiben lassen“, sagt Laimer. Bei einer echten allergischen Reaktion, wie sie manche Menschen infolge von Bienenstichen haben, kommen zur Schwellung weitere Symptome: Von Ausschlag, Atemnot, einer Schwellung im Nasen-Rachenbereich bis zu Kollaps und Schock. „Dann muss man die Rettung rufen“, sagt Laimer. Allergiker werden nach so einem Erlebnis mit einem Notfall-Set ausgestattet. Es besteht auch die Möglichkeit, die Allergie mittels Hyposensibilisierung zu bekämpfen.

Für alle, die von einer Biene gestochen werden, gilt: Schnelligkeit siegt. Wer es schafft, den Stachel binnen Sekunden herauszuziehen, kann die Menge des Gifts in der Haut verringern.




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