Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 05.07.2018


Freizeit

Kaiser-Klassiker als Übungsgebiet

© Bergrettung



Kufstein – Eine außergewöhnliche Übung der Bergrettung Kufstein ging an einer der bekanntesten Wände des Kaisergebirges über die Bühne. Über 18 Seillängen lang zieht sich die 1913 erstbegangene Dülfer-Führe durch die Westwand des Totenkirchls. Mit gut 600 Metern Wand­höhe gilt die Kletterei als einer der großen Klassiker im Kaisergebirge.

Eine Bergung ohne Hubschrauber von Verletzten oder in Not geratenen Bergsteigern ist unter solchen Verhältnissen praktisch nur nach unten möglich. Patienten müssen dazu zum Wandfuß abgelassen werden.

Ein solches Szenario wurde nun im Rahmen einer Übung nachgestellt. Über Jahrzehnte lagerte die Bergrettung Kufstein am Gipfel des Totenkirchls Stahlseile und Seilwinden für solche Einsätze. Deren Zeit ist längst abgelaufen. Seit 2012 ersetzen leichte, 600 Meter lange Kunststoffseile aus sogenanntem Dyneema die alte Ausrüstung.

Bei der Übung ging es jedoch nicht nur darum, das Material zu testen. Insbesondere der günstigste Seilverlauf sowie die Erreichbarkeit ausgesuchter Stellen im verwinkelten Verlauf der Kletterroute sollten geklärt werden. Wichtig war auch, die lebensrettende Funkverbindung zu prüfen.

Die Kufsteiner Bergretter stiegen dazu vom Stripsenjoch zum Totenkirchl auf. Während zwei Mitglieder in die Westwand abgelassen wurden, verfolgte ein Team vom Hohen Winkel aus Ablauf und Funkverbindung. (TT)