Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 09.11.2018


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Voldöppberg in Kramsach: Ein Name mit langer Geschichte

Nur knapp über 1500 Meter hoch, dazu südseitig ausgerichtet: Die Tour auf den Voldöppberg von Kramsach aus kann an ziemlich vielen Tagen im Jahr begangen werden – auch bei Nebel.

© RappDie Wanderung auf den Voldöppberg in Kramsach ist auch bei Nebel ein Vergnügen. Das Gipfelkreuz wartet mit Gipfelbuch und Stempelstelle auf.



Von Irene Rapp

Kramsach – Mit seinen 1509 Metern ist der Voldöppberg, der sich nördlich von Krumm- und Reintaler See in die Höhe erhebt, keine „großartige“ Erscheinung. Und dennoch stehen darauf zwei Kreuze.

Seinen Namen hat der Berg wohl vom ältesten Kramsacher Ortsteil Voldöpp bekommen. Der Begriff „Vulteppe“ wurde zwischen 1078 und 1080 das erste Mal erwähnt, der Name möglicherweise für die Brandenberger Ache verwendet. Woher genau „Vulteppe“ stammt, steht nicht ganz fest – „sicher ist aber, dass die Schöpfer dieses Namens der großen indogermanischen Sprachfamilie angehören“, heißt es dazu in der Ortschronik. Wir sind am vergangenen Samstag auf den Voldöppberg gewandert und genau an diesem Tag waren die 1509 Meter wohl zu wenig. Denn beim Aufstieg über die Westseite lag nur Nebel über dem Berg, allerdings schimmerte schon schwach das Blau des Himmels durch.

Nichtsdestotrotz war die Tour schön: Erstens wegen der tollen Herbststimmung, der Voldöppberg ist nämlich bis ganz hinauf bewaldet. Zweitens wegen der Aussicht: Diese bot sich beim Abstieg, als sich der Nebel dann doch verflüchtigte. „Da hinauf gibt es einen der schönsten Buchenwälder, die ich kenne“, schwärmt auch Kramsachs Vizebürgermeisterin Karin Friedrich.

Zunächst geht es durch tollen Herbstwald.
- Rapp

So kommt man hin: in Kramsach in Richtung Seen fahren. Zwischen Krumm- und Reintaler See kann man auf einem öffentlichen, gebührenpflichtigen Parkplatz sein Fahrzeug abstellen. Oder man parkt das Auto ein wenig vor dem öffentlichen Parkplatz neben einem Bauernhof gleich nach einem großen Campingplatz. Dabei handelt es sich um ein Privatgrundstück, das Parken auf wenigen Plätzen ist gegen Entrichtung einer kleinen Spende – Kasse vorhanden – erlaubt.

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Den Track für die Tour finden Sie direkt unter go.tt.com/2yXa7hu

Zunächst wandert man auf einer Straße leicht ansteigend an besagtem Bauernhof vorbei bis zum letzten Haus, nach einem Schranken beginnt der Forstweg. Gleich danach fallen einem Bänder und gelbe Pfeile an den Bäumen auf, hier befindet sich eine Bogenschießanlage – also den Weg zumindest an dieser Stelle nicht verlassen.

Der Ausblick auf das Inntal ist ein Traum – im Bild schauen wir Richtung Westen.
- Rapp

Der Weg zum Gipfel ist gut beschildert, an den meisten Kreuzungen befinden sich Wegweiser und dort, wo keine sind, heißt es logisch denken: sprich, immer dem Steig weiterfolgen. Nach wenigen Minuten zweigt von der Forststraße ein Waldsteig links hinaufführend ab. Auf diesem gelangt man, immer wieder die Forststraße kreuzend, zum Gipfel. Wer will, kann sich auch länger auf dem Forstweg bewegen, spätestens bei einem Bankerl gleich neben der Forststraße schon ziemlich weit oben muss man jedoch auf den Waldsteig abbiegen. Vergangenen Samstag präsentierte sich der Aufstieg über den bewaldeten Westrücken jedenfalls in den schönsten Farben: Der Mischwald hat das Herbstgewand angezogen, mal geht es steiler dahin, dann wieder gibt es zwar kurze, aber fast ebene Etappen.

Erst knapp unterhalb des Gipfels wird es relativ steil: Auf diesem Stich ist gutes Schuhwerk erforderlich. Auf den letzten Metern geht man dann auf einem Grasrücken dahin. Und dann steht man auch schon vor dem relativ großen Gipfelkreuz, unter welchem am 21. August 1966 erstmals die Bergmesse gefeiert werden konnte.

Im Internet finden sich übrigens viele Bilder, wo man Mountainbiker mit ihrem Gefährt unter dem Kreuz sehen kann – der Haken an der Sache: Der Forstweg hinauf ist keine offiziell freigegebene Mountainbike-Strecke.

Wenn man am Gipfelkreuz vorbei Richtung Osten weitergehen würde, wo ein Steig hinabführt, käme man übrigens zum zweiten Gipfelkreuz. „Diesen Platz nennen wir hier in Kramsach ‚Brandenberger Mahd‘“, erzählt Karin Friedrich weiter.

Wir allerdings sind wieder auf dem Aufstiegsweg retour ins Tal. Am vergangenen Samstag riss während des Abstiegs dann endlich der Nebel auf. Und da zeigte sich dann, dass der Voldöppberg auch ein schöner Aussichtsberg ist.

Für die Tour waren wir insgesamt drei Stunden unterwegs. Dass es schneller geht, beweisen Eintragungen im Gipfelbuch. Ein großes Plus hat der Voldöppberg noch zu bieten: Durch seine südseitige Lage ist er auch in den Wintermonaten ein ideales und vielbegangenes Ziel. Es gibt übrigens noch eine kürzere Variante auf die Erhebung: Dazu fährt man in das Brandenberger Tal hinein und wandert von dort auf den Voldöppberg.

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