Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 23.11.2018


Osttirol

Dolomitenlauf wieder im Talboden?

Im Jänner findet der 45. Dolomitenlauf statt. Die Veranstalter um Franz Theurl erwarten 2500 Teilnehmer aus 30 Nationen in Osttirol. Theurl möchte die Hobbyathleten wieder im Lienzer Talboden laufen sehen.

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© Expa/Gruber



Von Christoph Blassnig

Lienz – Der Dolomitenlauf wirft seine Schatten voraus. Der Langlauf- und Radsportclub Lienzer Dolomiten (LRC) mit Obmann Franz Theurl veranstaltet in den Tagen vom 17. bis 20. Jänner 2019 insgesamt sechs Langlaufbewerbe. Den Auftakt macht der Romantiklauf in Lavant, am 18. Jänner ist wieder ein Sprintbewerb am Hauptplatz in Lienz geplant. Am Samstag, 19. Jänner, starten die Athleten zum Dolomiten-Classicrace über 20 bzw. 42 Kilometer in Obertilliach, wo unmittelbar nach dem Starterfeld auch der Bambini-Marathon auf die Strecke kommt. Der 45. Dolomitenlauf über 60 Kilometer und der Kleine-Zeitung-Lauf über 25 Kilometer, beide wie das Klassikrennen am Tag zuvor Worldloppet-Bewerbe, sollen am Sonntag nach etlichen Jahren wieder im Lienzer Talboden ausgetragen werden, wenn es nach dem LRC-Obmann Franz Theurl geht. „Wir haben immer so geplant. Leider haben wir im Talboden jahrelang nicht mehr die notwendigen klimatischen Bedingungen vorgefunden und mussten auch mit dem Breitenbewerb Dolomitenlauf nach Obertilliach ausweichen und auf 42 Kilometer einkürzen“, erklärt Theurl. Für den durchschnittlichen Hobbylangläufer sei der Streckenverlauf mit Anstiegen und Abfahrten dort jedoch zu anspruchsvoll. Der Veranstalter führt auch die gesunkenen Teilnehmerzahlen darauf zurück. Heuer werden dem selektiven Profil im Osttiroler Gailtal zur Entschärfung zehn flachere Kilometer hinzugefügt.

„Wir rücken den Talboden als Austragungsort wieder in den Fokus“, sagt Theurl. Den Reiz des ursprünglichen Rennens von Lienz aus über die Fluren und Felder in Tristach, Lavant und Nikolsdorf machte wesentlich die Landschaft aus, erinnert Theurl. „Werbewirksamer ist natürlich der Sprint, den wir in Lienz erfunden haben. Heute ist das eine olympische Disziplin“, macht der Obmann auf die seiner Meinung nach weltweite Bedeutung des traditionsreichen Dolomitenlaufes aufmerksam. Nicht umsonst würden nicht weniger als 2500 Teilnehmer aus 30 Nationen in Osttirol erwartet.

Wenig Verständnis habe er für die mangelnde Unterstützung durch die Verantwortlichen in der Stadt Lienz, die in der letzten Gemeinderatssitzung ein Förderansuchen des LRC über 25.000 Euro abgelehnt haben. Der Gemeinderat hat einen Grundsatzbeschluss aus dem Jahr 2017 bekräftigt, wonach man keinerlei Barsubventionen für die Veranstaltung mehr beisteuern will. Der Lienzer Bauhof habe zuletzt ohnehin Arbeitsleistungen im Wert von knapp 48.000 Euro erbracht, erklärte etwa Bürgermeisterin Elisabeth Blanik.

Wenn es die Temperaturen zulassen, möchte der LRC die mögliche Dolomitenlaufstrecke von Lienz bis Pirkach erstmals beschneien. Eine behördliche Genehmigung für die Wasserentnahme aus der Drau liege dem Tourismusverband vor, sagt Theurl. Man habe eigens eine UV-Filteranlage angeschafft. 7,5 Kilometer Loipe schafft inzwischen allein Lavant, auch durch Kunstschneeerzeugung an zwei Stellen. Bürgermeister Oswald Kuenz würde eine Austragung im Talboden sehr befürworten, wenn der Veranstalter denn den Aufwand rechtfertigen und bezahlen könne. Auch Tristach und Nikolsdorf stehen laut den Bürgermeistern Markus Einhauer und Georg Rainer dem Vorhaben grundsätzlich positiv gegenüber.