Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 08.01.2019


Innsbruck-Land

Maximilianjahr macht auch vor Hall nicht Halt

Eine Ausstellung zu Kaiser Maximilian und Ritter Waldauf, ein dreitägiges Mittelalterfest und ein Max-Stadtführer sind heuer nur einige der Höhepunkte.

Kaiser Maximilian I. hat in Hall vielfältige Spuren hinterlassen ? nicht nur auf dem Max-Weiler-Fresko bei der ehemaligen NMS Europa.

© DomanigKaiser Maximilian I. hat in Hall vielfältige Spuren hinterlassen ? nicht nur auf dem Max-Weiler-Fresko bei der ehemaligen NMS Europa.



Hall – Der 500. Todestag von Kaiser Maximilian I. beschert Tirol 2019 eine „Maximaldichte“ an Veranstaltungen. Vor allem in der Landeshauptstadt, aber etwa auch in Hall: „Wir wollten, dass nicht nur in Innsbruck etwas passiert“, betont Kulturstadtrat Johannes Tusch. Immerhin 120.000 Euro hat die Stadt für Projekte und Veranstaltungen im Zuge des Maximilianjahres budgetiert – wobei laut Tusch ca. 80.000 Euro vom Land wieder zurückkommen.

Zwischen Hall und Max gibt es viele Bezugspunkte. Ein besonderes Bindeglied, mit dem sich Hall im Jubiläumsjahr auch abheben will, ist dabei Florian Waldauf (1450–1510), Ritter und enger Vertrauter im Dienste Maximilians, den man in Hall als Stifter der berühmten Waldaufkapelle in der Pfarrkirche oder als Gründer der „Stubengesellschaft“ kennt. Vom 29. März bis 27. Oktober geht im Stadtmuseum (Burg Hasegg) die Ausstellung „Maximilian I., Ritter Waldauf und Hall“ in Szene. Zu sehen sein werden kostbare Objekte wie Waldaufs Totenschild (das im Depot der Tiroler Landesmuseen in Hall restauriert wird) oder die Altartafeln der Waldaufkapelle, die dem Maler Marx Reichlich zugeschrieben werden – ein wahres Prunkstück aus der Sammlung des Stadtmuseums.

Ein weiterer Höhepunkt findet vom 20. bis 22. September statt: ein großes, dreitägiges Mittelalterfest unter dem Motto „max@hall.1499“. Im Sinne eines „Living history“-Projektes werden dabei, gemeinsam mit Mittelaltervereinen, konkrete Ereignisse der Haller Stadtgeschichte aus Maximilians Zeiten nachempfunden. Im Stiftsgarten soll eine Zeltstadt entstehen, der historische Stadtgraben neben der Jesuitenkirche wird Schauplatz eines Armbrustschießens, Musiker und Gaukler werden die Altstadt beleben.

Eine große Rolle kommt im Maximilianjahr der Stadtarchäologie Hall zu: So wird der bestehende virtuelle Stadtrundgang „Hall 360 Tirol“ bis zum Sommer um drei Maximilian-spezifische Stationen erweitert (Georgskapelle, Tanzsaal im Rathaus, ein Abschnitt der Stadtmauer).

Vom 24. April bis 12. Oktober ist Hall – neben Innsbruck und Kufstein – Schauplatz von „Wissensrallyes“ für Tiroler Schulen: Unter dem Titel „Maximilian go“ können Schüler bei Schnitzeljagden samt Tablets in die Geschichte eintauchen. Die Stadtarchäologie ist hier Kooperationspartner.

Stadtarchäologe Alexander Zanesco ist zudem Hauptautor eines Buchprojektes, das gemeinsam mit Schwaz entsteht, Arbeitstitel: „Maximilian in Hall und Schwaz“. Dabei soll, ausgehend von konkreten Bezugspunkten zu Max, eine Art historischer Stadtführer entstehen, der bis Spätherbst erscheinen soll. (md)