Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 23.02.2019


Wiener Opernball

Debütantenpaar aus Sistrans: Tiroler Esprit beim Opernball

Der Einzug der Debütanten zählt zu den Höhepunkten des Wiener Opernballs. Dana Polzer und Paul Triendl sind als einziges Tiroler Pärchen mit dabei.

In Pauls Elternhaus üben Dana und Paul fleißig den Linkswalzer für den Wiener Opernball.

© Rudy De MoorIn Pauls Elternhaus üben Dana und Paul fleißig den Linkswalzer für den Wiener Opernball.



Innsbruck, Sistrans — Für Dana Polzer geht am 28. Februar ein lang gehegter Traum in Erfüllung: Sie wird beim Wiener Opernball an der Seite ihres Freundes Paul Triendl­ in einem weißen, langen Kleid und mit der funkelnden Swarovski-Tiara am Kopf als Debütantin den wahrscheinlich prächtigsten Ballsaal der Welt betreten. Der Einzug der Debütanten am Wiener Opernball ist wie jedes Jahr ein Höhepunkt und der Beginn einer rauschenden Ballnacht. Rund 150 Tanzpaare im Alter von 17 bis 24 Jahren fiebern monatelang diesem Moment entgegen. So auch die beiden Studenten Dana und Paul, denen es als einziges Tiroler Pärchen gelungen ist, mit dabei zu sein. Die TT hat die beiden zum Interview in Sistrans getroffen.

Ihr seid die einzigen Tiroler unter den Debütanten beim Wiener Opernball.

Paul Triendl: Ja, darauf sind wir schon sehr stolz.

Dana Polzer: Für mich geht wirklich ein Traum in Erfüllung. Ich fand den Wiener Opernball schon als kleines Mädchen faszinierend: das prachtvolle Ambiente, die zauberhaften weißen Kleider. Ich habe während der Schulzeit Tanzunterricht genommen, aber den Gedanken, beim Opernball dabei zu sein, dann aber wieder verworfen. Es kam mir einfach zu unrealistisch vor.

Wie kam es, dass dieser Traum doch noch wahr werden konnte?

Dana: Letztes Jahr war meine Patentante beim Wiener Opernball und sie hat mich gefragt, ob es mich interessieren würde, dort zu tanzen. Sie war es, die mich wieder auf den Gedanken gebracht hat. Also haben wir uns beworben.

Wie läuft das Bewerbungsverfahren genau ab?

Paul: Es ist eigentlich relativ simpel. Man bewirbt sich schriftlich. Es gibt jedoch strikte Vorgaben, da scheiden bestimmt schon viele im Vorfeld aus: Piercings, sichtbare Tattoos und ausgefallene Haarschnitte sind unerwünscht.

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Welche tänzerischen Vorkenntnisse braucht man?

Dana: Eigentlich keine besonderen. Wir mussten auch aufgrund der langen Anreise nicht vortanzen. Unsere Referenzen allein haben offenbar genügt. Wir hatten bereits einige Tanzstunden. Auch beim Maturaball haben wir miteinander getanzt.

Paul: Ich muss gestehen, dass ich anfangs kein großer Tänzer war. Dann haben wir damit begonnen, regelmäßig zu tanzen. Seither macht es mir großen Spaß.

Walzer zu tanzen, steht bei jungen Leuten eigentlich nicht so hoch im Kurs. Warum seid ihr von klassischen Tänzen so begeistert?

Paul: Bei einem klassischen Tanz finde ich es schön, dass man eine Tanzpartnerin hat. Es ist ein Miteinander. Ich glaube außerdem, dass sich junge Leute wieder mehr für klassische Tänze interessieren. Schon allein wegen des Maturaballs besuchen viele einen Tanzkurs.

Wie oft übt ihr momentan?

Dana: Derzeit ist es mit dem Üben etwas schwierig, weil wir die Choreographie noch nicht kennen, aber wir beschäftigen uns recht intensiv mit dem Linkswalzer.

Gibt es vor dem Opernball offizielle Proben in Wien?

Dana: Ja, wir fahren am Wochenende nach Wien, um dann im Ballsaal die Choreografie einzuüben.

Paul: Das Lampenfieber steigt aber schön langsam, weil das Zeitfenster zwischen den offiziellen Proben und dem Opernball nur sehr klein ist.

Müsst ihr euch um das Styling selbst kümmern?

Dana: Meine Patentante, Eva Poleschinski, ist Modedesignerin. Sie hat letztes Jahr am Opernball die Kleider der Balletttänzerinnen gestaltet. Es freut mich, dass sie mir extra ein Kleid näht. Auch hier gibt es aber Vorschriften: Es darf kein Reifrock sein, und das Kleid darf nicht glitzern. Man braucht Handschuhe bis über die Ellbogen. Es gibt auch Vorgaben für den Schmuck und ein Tutorial-Video für die Schminke und für die Frisur. Für das Haar-Styling gehe ich zum Friseur, weil die Tiara eingebettet werden muss. Das ist mir zu kompliziert.

Das klingt nach einem hohen Kostenaufwand.

Dana: Ja, das stimmt, aber ich darf die Swarovski-Tiara behalten, und Paul bekommt Manschettenknöpfe. Für mich ist das eine sehr schöne Erinnerung.

Das Interview führte Gerlinde Tamerl