Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 10.04.2019


Freizeit

Forschung: Mit dem Klimawandel umgehen lernen

Das einstige Forschungszentrum AlpS unterstützt jetzt internationale Konzerne und Infrastrukturprojekte.

Wie können Kommunen mit Klimawandelfolgen fertig werden – etwa mit Trockenheit wie im Sommer 2018 oder Überflutungen durch Starkregen? AlpS berät Länder und Kommunen in Österreich und Süddeutschland.

© APA/dpa/Patrick SeegerWie können Kommunen mit Klimawandelfolgen fertig werden – etwa mit Trockenheit wie im Sommer 2018 oder Überflutungen durch Starkregen? AlpS berät Länder und Kommunen in Österreich und Süddeutschland.



Innsbruck – Wochenlange Trockenheit, die selbst den Wäldern zu schaffen macht, und dazwischen immer wieder ein Starkregen, der Straßen und Keller flutet – auch, weil das Wasser vom ausgetrockneten, harten Boden nicht mehr aufgenommen werden kann. Mit diesen Auswirkungen des Klimawandels wie im Sommer 2018 müssen Gemeinden und Länder umgehen und die Risiken beherrschen lernen. Unterstützt werden sie dabei von AlpS, einer inzwischen 100-prozentigen Tochter der Universität Innsbruck.

Im 15. Jahr des Bestehens ist aus dem hoch geförderten Kompetenzzentrum für angewandte Forschung eine Beratungsfirma für Unternehmen und die öffentliche Hand geworden. Damit erfülle die Universität auch einen Auftrag des Universitätsgesetzes, nämlich Wissen in die Wirtschaft zu transferieren, sagte Rektor Tilmann Märk gestern bei einer Pressekonferenz. Geschäftsführer ist seit Sommer der Geograph Maximilian Riede, der selbst bereits fünf Jahre bei AlpS tätig war und Erfahrung mit Spin-offs hat.

Man habe bei der Umstrukturierung auf das Know-how von mehr als 1000 wissenschaftlichen Publikationen und die Beratung von 300 öffentlichen Einrichtungen und 200 Unternehmenspartnern aufbauen können, betont Riede. Von den einst mehr als 100 Mitarbeitern sind zwei Jahre nach dem Auslaufen der Förderphase noch 14 übrig. Einige seien schon viele Jahre dabei, andere neu hinzugekommen, weil man auch neue Schwerpunkte bediene, sagt er.

So unterstütze man etwa das globale Medienuternehmen „Vice Media“ dabei, die globalen Nachhaltigkeitsziele zu implementieren. Durchaus nicht allein des Umweltgedankens wegen, sondern auch aus Wettbewerbsgründen, erklärt Riede. Die Zielgruppe von Vice Media sei die junge Generation, die viel Wert auf Nachhaltigkeit lege.

Neben diesen neu gewonnenen Kunden, zu denen inzwischen auch Landkreise und Städte in Süddeutschland gehören, betreue man nach wie vor frühere Partner. So entwickelt AlpS für die Tiwag die Modelle für die Hochwasserprognose weiter, um früher warnen zu können, aber auch zur Kraftwerks­optimierung.

AlpS Research lege bei allem das wissenschaftliche Fundament für die Beratungen, erklärte Riede. So erstelle man auch Klimarisikoanalysen für Ingenieurbüros, die Infrastrukturprojekte in Afghanistan, Pakistan oder Malawi planen. (sta)