Letztes Update am So, 19.05.2019 07:32

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Hindernisläuferin Gruber trainiert in Garten voller Barrieren

Der Hindernislauf Spartan Race ist voll im Trend – die Tirolerin Petra Gruber ist eine der besten Teilnehmerinnen der Welt. Im heimischen Garten wird dafür täglich hart trainiert.

Fürs Training hat Petra Gruber den eigenen Garten adaptiert.

© Michael KristenFürs Training hat Petra Gruber den eigenen Garten adaptiert.



Von Manuel Lutz

Rainer Eitzinger ist für Petra Gruber nicht nur ihr Lebenspartner. Der Stanser ist auch ihr Trainer.
Rainer Eitzinger ist für Petra Gruber nicht nur ihr Lebenspartner. Der Stanser ist auch ihr Trainer.
- Michael Kristen

Das Salatbeet musste einem Lkw-Reifen weichen, anstelle des Apfelbaums ist eine Zielscheibe zu finden und statt des Efeus hängt eine Kletterleiter beim Vordach herunter. Und auch das Gartenhaus wurde zu einem ganz besonderen Geräteschuppen umfunktioniert. Der Garten von Petra Gruber und Rainer Eitzinger in Stans entspricht vielleicht nicht dem Idealbild eines Hobbygärtners. Für die beiden Sportler und begeisterten Spartan-Race-Teilnehmer ist es jedoch ihre ganz eigene Wohlfühloase, auf die so mancher ihrer Mitstreiter wohl neidisch ist.

Angefangen hat alles mit einem Geburtstagspräsent. „Mein Bruder hat mir zum 29. Geburtstag einen Marathon-Startplatz geschenkt und gesagt: ,Das packst eh nicht.‘ Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen“, erzählt die 32-Jährige. Das erste Spartan Race folgte 2017, da das reine Laufen „zu langweilig wurde“.

Beim Spartan Race im April in München kürte sich die Tirolerin zur Siegerin in der „Beast-Klasse“.
Beim Spartan Race im April in München kürte sich die Tirolerin zur Siegerin in der „Beast-Klasse“.
- Michael Kristen

Auf den Geschmack brachte die Zillertalerin ihr zukünftiger Ehemann. Wie es der Zufall will, entdeckte der Stanser ebenfalls durch ein Geburtstagsgeschenk die Leidenschaft zu dem Hürdenlauf: „Ich hab’ das erste Rennen in München im Fernsehen gesehen, dann hab’ ich meinen besten Freund 2016 zum Geburtstag dazu eingeladen. Seine Bedingung war, dass ich auch mitmache.“

Sogar Sohn Mario ist schon eifrig bei der Sache.
Sogar Sohn Mario ist schon eifrig bei der Sache.
- Michael Kristen

Um sich gut vorbereiten zu können, wurde die Grünfläche vor dem Haus nach und nach adaptiert und einer Wettkampfstätte im Kleinformat nachempfunden. „Wir haben immer geschaut, dass wir die Hindernisse nachbauen, bei denen Petra Probleme hat“, erzählt Eitzinger. Auch er selbst nimmt noch gerne an Wettbewerben teil. Das Hauptaugenmerk ist jedoch derzeit auf seine Partnerin gerichtet, die er unterstützen will. Und das gelingt mit Bravour.

Beim Spartan Race im April in München kürte sich die Tirolerin zur Siegerin in der „Beast-Klasse“ (21 Kilometer, 30 Hindernisse). Bei allen Wettkämpfen im heurigen Kalenderjahr blieb sie bislang fehlerfrei – sprich: konnte jedes Hindernis im ersten Versuch bewältigen. „Das schafft fast niemand“, weiß Eitzinger.

Und das, obwohl sich der Wettbewerb, den es seit 2015 in Europa gibt, immer größerer Beliebtheit erfreut. „In München waren insgesamt circa 10.000 Teilnehmer am Start“, kennt Gruber den Stellenwert. Auch für Kinder gibt es schon eine eigene Serie.

Bei dem letzten Rennen in St. Pölten war Petra Grubers Sohn Mario einer der 700 Teilnehmer. „Die Kinder sind richtig stolz. Und mir gefällt es, dass die Kleinen nicht nur vor dem Computer sitzen, sondern wieder animiert werden, auch mal durch den Schlamm zu laufen“, freut sich Gruber.

Riesige Reifen wuchtet  die gebürtige Zillertalerin mittlerweile mit links.
Riesige Reifen wuchtet die gebürtige Zillertalerin mittlerweile mit links.
- Michael Kristen

Poltern beim Spartan Race

Obwohl die Ramsauerin aktuell zu den 30 besten Spartanerinnen der Welt gehört und nun sogar vom Veranstalter gesponsert wird, kann sie davon noch lange nicht leben. Daher arbeitet sie im Hotel Theresia in Ramsau, das ihrer Familie gehört: „ Nur dadurch hab’ ich genug Zeit, um regelmäßig zu trainieren.“

Denn beim Heimrennen in Oberndorf im September möchte die Tirolerin erneut in Top-Form sein. Der Grund: Gruber hat die Chance auf den Sieg in der so genannten „DACH Regional Series“ (Gesamtwertung München, St. Pölten und Oberndorf).

Bei dem Spektakel in Tirol steht zudem noch ein ganz besonderes Rennen auf dem Programm. Da Lebensgefährte Eitzinger nach der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr seiner Petra einen Heiratsantrag machte, haben sich ihre Sportfreundinnen etwas überlegt. „In der Kategorie ,Open Rennen‘ wird gepoltert werden.“ Denn natürlich muss auch der Junggesellinnenabschied eine sportliche Note haben.


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