Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 22.05.2019


Bezirk Reutte

Medaillenregen vergoldete Geburtstag des Außerferner Musikbundes

Der Außerferner Musikbund feierte sein 90-Jahr-Jubiläum. Dem Festakt ging ein zweitägiges Konzertwertungsspiel voraus.

Martin Rainer leitete das Orchester bei der Uraufführung seines selbst komponierten „Festchorals“.

© TscholMartin Rainer leitete das Orchester bei der Uraufführung seines selbst komponierten „Festchorals“.



Von Simone Tschol

Breitenwang – „Es steht außer Frage, dass Menschen durch das Musizieren Lebensfreude und Lebensqualität vermittelt bekommen“, stellte der Obmann des Außerferner Musikbundes (AMB), Horst Pürstl, gleich zu Beginn der Feierlichkeiten zum 90. Geburtstag des AMB im Veranstaltungszentrum Breitenwang fest. Die Weitergabe und Pflege von Traditionen und Werten sei eine sinnvolle, aber auch herausfordernde Aufgabe für Musikanten und Funktionäre. Gerade im Zeitalter der Digitalisierung, in dem immer mehr Zeit alleine vor dem PC verbracht werde, biete das Musizieren eine einmalige Gelegenheit, Junge und Junggebliebene aus dem Alleinsein vor den Bildschirmen herauszuholen und ihnen vorzuführen, dass das Miteinander in der Gemeinschaft viel mehr Freude bereiten kann, ist Pürstl überzeugt.

Seit seiner Gründung 1929 durch den damaligen Kapellmeister der BMK Reutte, Philipp Singer, hat sich der Außerferner Musikbund zu einem der größten Musikbezirke Tirols mit derzeit 1964 Mitgliedern in 35 Kapellen entwickelt.

Der Höhepunkt der Jubiläumsfeier war natürlich ein musikalischer – nämlich die Uraufführung des „Festchorals des Außerferner Musikbundes“ durch das AMB-Orchester. Der Choral wurde vom Außerferner Martin Rainer komponiert, der es sich auch nicht nehmen ließ, das Orchester selbst zu leiten. Der gebürtige Pinswanger spielte bereits in zahlreichen renommierten Orchestern und ist seit 2013 als Klarinettist bei den Wiener Symphonikern engagiert. Das Auditorium zeigte sich begeistert und honorierte die anspruchsvolle Komposition sowie die Leistung der Musiker mit tosendem Applaus.

Applaus gab es auch bei der Bekanntgabe der Ergebnisse des Konzertwertungsspiels, welches dem Festakt vorangegangen war. 14 der 35 Außerferner Kapellen stellten sich in den Leistungsstufen A, B und C einer internationalen Jury – bestehend aus Georg Horrer (Italien) Manuel Epli (Deutschland) und Gerhard Lampert (Liechtenstein). Jurykoordinator war Landeskapellmeister Rudi Pascher. Dieser attestierte den Außerferner Kapellen ein hohes Niveau „und dort, wo wir etwas auszusetzen hatten, wollten wir nicht kritisieren, sondern optimieren“. Die „Verbesserungsvorschläge“ hatten aber Seltenheitswert, denn es regnete förmlich Goldmedaillen. Eine „Goldene mit Auszeichnung“ ging an die MK Elbigenalp, weitere Goldmedaillen an die Kapellen aus Stockach, Vils, Höfen, Ehenbichl, Musau, Reutte, Ehrwald, Weißenbach, Elmen, Holzgau und Pinswang. Silbermedaillen holten sich Bichlbach und Biberwier.

Die Registerpreise, dotiert mit 250 Euro, gingen an die MK Ehenbichl (Flügelhornregister), die BMK Reutte (Tuba) und die MK Pinswang (Saxophon).