Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 12.06.2019


Bezirk Imst

Fleißige Bienchen auf Wanderschaft: Neuer Stand in Sölden

In Sölden nutzen Oberländer Imker die in dieser Höhenlage später einsetzende Blüte zur Honigproduktion. Ein Wanderbienenstand für 25 Bienenvölker wurde jüngst in Betrieb genommen.

Insgesamt 25 Bienenvölker können hier untergebracht werden.

© PraxmarerInsgesamt 25 Bienenvölker können hier untergebracht werden.



Von Thomas Parth

Sölden – Das kurzzeitige Umsiedeln der Honigbienenvölker aus den Tallagen in die Gebirgsregionen ist eine lang geübte Tradition im Tiroler Oberland. Dabei nützen die Imker den Umstand, dass die Blüte in höheren Lagen erst im Frühsommer einsetzt. Die inzwischen, nach dem Winter, wieder erstarkten Völker können so das Nektar- und Pollen­angebot intensiv nutzen. Neben verschiedensten Alpenblumen sind es insbesondere die Alpenrosen, welche es den Honigbienen angetan haben. „Das Endergebnis aller Mühen ist schließlich der allseits beliebte Gebirgshonig aus Tirol“, weiß der Direktor der Landwirtschaftlichen Landeslehranstalt (LLA) in Imst, Josef Gstrein.

Mit den Bienenvölkern der Imkerschule wurden bereits in den 1920er Jahren Wanderungen ins hintere Ötztal durchgeführt. Das war damals ein beschwerliches Unterfangen, gab es doch noch keine ausgebauten Straßen, und als Transportmittel fungierte ein Pferdefuhrwerk.

Der erste Wanderbienenstand wurde im Jahr 1926 in Pitzwald, Gemeindegebiet von Sölden, errichtet. Nach den Plänen von Engelbert Schöpf und dem fachlichen Input von Imkermeister Marcel Klotz konnte heuer ein neues Bienenhaus in Sölden errichtet werden. Dieses lässt auch hinsichtlich Zweckmäßigkeit keine Wünsche offen. Die Eröffnung und Segnung durch Söldens Pfarrer Josef Singer erfolgte vergangenen Freitag im Beisein von LHStv. Josef Geisler, BM Ernst Schöpf und Imkerbundpräsident Reinhard Hetzenauer. Sowohl die Prominenz als auch die anwesende Imkerriege zeigten sich begeistert vom neuen Schmuckstück. Insgesamt 25 Bienenvölker können hier untergebracht werden. Der neue Wanderbienenstand bietet optimale Bedingungen für die Imkerschule, und Standbesuche können hier willkommen geheißen werden.

Der erste Wanderbienenstand wurde im Jahr 1926 errichtet.
Der erste Wanderbienenstand wurde im Jahr 1926 errichtet.
- Praxmarer
Imker Marcel Klotz mit Reinhard Hetzenauer als Präsident sowohl des Österreichischen Imkerbundes als auch des Tiroler Imkerverbands, und BM Ernst Schöpf, LH-Stv. Josef Geisler, LLA-Direktor Josef Gstrein und Initiator und Planer Engelbert Schöpf (v.l.).
Imker Marcel Klotz mit Reinhard Hetzenauer als Präsident sowohl des Österreichischen Imkerbundes als auch des Tiroler Imkerverbands, und BM Ernst Schöpf, LH-Stv. Josef Geisler, LLA-Direktor Josef Gstrein und Initiator und Planer Engelbert Schöpf (v.l.).
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